Experten warnen: Schädlicher Klimaschutz zerstört Artenvielfalt
Genf Klimaschutzmaßnahmen können schwere Folgen für die Artenvielfalt haben. Davor warnen Wissenschafter und fordern, die Klima- und die Artenvielfaltskrise wie zwei Seiten einer Medaille zu betrachten. Sonst könnten vermeintliche Lösungen für die eine Krise die andere noch verstärken, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des Weltbiodiversitätsrats IPBES und des Weltklimarats IPCC. Sie berieten erstmals gemeinsam über Lösungen für die eng verflochtenen Krisen.
Guter Artenschutz diene dem Klima, argumentieren die Experten. Sie verlangen, dass 30 bis 50 Prozent der Meeres- und Landflächen weltweit unter Naturschutz gestellt werden. Zurzeit sind es etwa 15 Prozent der Land- und 7,5 Prozent der Ozeanflächen. Die Kreislaufwirtschaft müsse gefördert werden, und Subventionen, die Arten gefährden, müssten abgebaut werden, um Überfischung, Kahlschlag in Wäldern oder Überdüngung von Feldern zu verhindern.
Ein Beispiel für negative Konsequenzen von Klimaschutzmaßnahmen ist die Elektromobilität: Mehr Elektrofahrzeuge sind zwar gut für den Klimaschutz, aber der Rohstoffabbau für die nötigen Batterien schadet der Umwelt. Ein anderes Beispiel sind Biomasse-Plantagen: Sie sind gut für umweltfreundliche Kraftwerke, aber die Artenvielfalt leidet. Mit neuen Technologien müssten andere Lösungen gefunden werden, fordern die Wissenschaftler.