Rauschgifthandel in ­Pandemie zunehmend online

Welt / 09.06.2021 • 22:28 Uhr

Lissabon Der illegale Drogenhandel in Europa hat sich während der Coronapandemie im vergangenen Jahr weitgehend von den Straßen auf verschlüsselte Online-Plattformen verlagert. Das geht aus dem Jahresbericht der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht hervor, der am Mittwoch vorgelegt wurde. Drogenkriminelle hätten sich Grenzschließungen und Reisebeschränkungen zudem angepasst, indem sie statt auf eigene Kuriere auf kommerzielle Lieferdienste gesetzt hätten, um Drogen zu schmuggeln. Der Bericht der in Lissabon ansässigen Beobachtungsstelle wertet Daten aus den 27 EU-Mitgliedstaaten sowie der Türkei und Norwegen aus. Die Verlagerung des illegalen Drogenhandels auf verschlüsselte Online-Plattformen im Pandemiejahr 2020 werfe die Frage auf, ob es eine langfristige Entwicklung zur „weiteren Digitalisierung“ gebe, hieß es.

Der illegale Drogenmarkt habe „dynamisch und adaptiv“ auf die Covid-19-Restriktionen reagiert. EU-Innenkommissarin Ylva Johansson sagte zudem, besonderen Anlass zur Besorgnis gebe der Erfindungsreichtum von Drogenkriminellen, die in den beobachteten Ländern 46 neue Substanzen auf den Schwarzmarkt gebracht hätten.