USA kommen nicht zur Ruhe

Erneut Afroamerikaner in den USA bei Polizeieinsatz erschossen.
Elizabeth City Einen Tag nach dem Schuldspruch im Fall des getöteten George Floyd ist erneut ein Afroamerikaner unter unklaren Umständen bei einem Polizeieinsatz getötet worden. Ein Hilfssheriff habe Andrew Brown Jr. erschossen, als er mit einem Durchsuchungsbefehl zu dessen Haus in der Stadt Elizabeth City im Staat North Carolina gekommen sei, teilte Sheriff Tommy Wooten mit. Der Beamte sei für die Dauer einer internen Untersuchung beurlaubt. Lokalpolitiker und Aktivisten forderten eine sofortige Herausgabe der Körperkamera des Hilfssheriffs und eine lückenlose Aufklärung des Falls. Details zum Hergang wollten die Behörden mit Verweis auf die laufende Untersuchung noch nicht nennen. Nach örtlichen Medienberichten soll der unbewaffnete 40-jährige Familienvater während der Durchsuchung in sein Auto gestiegen sein und habe wegfahren wollen. Daraufhin sei geschossen worden, sagten Familienmitglieder demnach. Das Auto, das die Behörden abschleppen ließen, wies Einschusslöcher und eine zerborstene Heckscheibe auf.
Die Großmutter und eine Tante Browns sagten der Nachrichtenagentur AP, sie hätten aus den Nachrichten über dessen Tod erfahren, und forderten eine lückenlose Aufklärung.
Rund 100 Menschen versammelten sich kurz nach Browns Tod am Ort des Geschehens. „Wann wird das enden? Wir hatten erst gestern ein Urteil“, sagte der Lokalvorsitzende der Bürgerrechtsgruppe NAACP, Keith Rivers, mit Verweis auf den Fall Floyd. Der weiße Ex-Polizist Derek Chauvin war am Dienstag für schuldig befunden worden, den Afroamerikaner George Floyd im vergangenen Jahr bei dessen Festnahme getötet zu haben.
In Elizabeth City sind nach Angaben des US-Zensusbüros mehr als 50 Prozent der Bewohner schwarz, rund 40 Prozent weiß. Fast 23 Prozent der Einwohner leben in Armut.