Fukushima-Wasser soll ins Meer

Welt / 13.04.2021 • 22:42 Uhr
1,3 Millionen Tonnen Kühl- und Regenwasser, die aus den Reaktorgebäuden abgepumpt wurden, lagern in mehr als 1000 Tanks auf dem Kraftwerksgelände. Reuters
1,3 Millionen Tonnen Kühl- und Regenwasser, die aus den Reaktorgebäuden abgepumpt wurden, lagern in mehr als 1000 Tanks auf dem Kraftwerksgelände. Reuters

Japan will eine Million Tonnen kontaminiertes AKW-Wasser in den Pazifik ablassen.

Tokio Japan will trotz Protesten mehr als eine Million Tonnen kontaminiertes Wasser aus dem zerstörten Atomkraftwerk Fukushima ins Meer leiten. Die Arbeiten dazu würden in etwa zwei Jahren beginnen und Jahrzehnte dauern, teilte die Regierung in Tokio am Dienstag mit. Vor dem Ablassen werde das Wasser zur Entfernung schädlicher Stoffe gefiltert und verdünnt. Ähnlich behandeltes Wasser werde routinemäßig von Atomkraftwerken in aller Welt abgelassen.

China nannte das Vorhaben “extrem unverantwortlich”. Es gefährde die Gesundheit der Bevölkerung in Japans Nachbarländern und forderte Japan zu mehr Konsultationen über das Vorhaben auf. Südkorea äußerte sich ähnlich. Das am Meer gelegene Atomkraftwerk war im März 2011 durch ein Erdbeben mit anschließendem Tsunami zerstört worden. Dabei war auch Wasser in die Anlagen eingedrungen. Auf dem Gelände sind inzwischen 1,3 Millionen Tonnen verseuchtes Wasser gelagert. Der Kraftwerks-Betreiber Tepco hat erklärt, dass ab 2022 keine Lagerkapazitäten mehr vorhanden seien.

Vor dem Einleiten ins Meer sollen aus dem gelagerten Wasser nach Angaben von Tepco schädliche Isotope herausgefiltert werden. Einzig Tritium, ein radioaktiver Stoff, der sich nur schwer vom Wasser trennen lässt, sei dann noch darin enthalten. Das Wasser soll anschließend verdünnt werden, bis der Tritium-Anteil unter einer von den Behörden festgelegten Schwelle ist und ins Meer geleitet werden kann.

Kritik kam auch aus Österreich sowie von Umweltorganisationen wie Global 2000, Greenpeace und auch von Fischerei-Gewerkschaften in Fukushima. Japans Ministerpräsident Yoshihide Suga erklärte, das Vorhaben sei unvermeidlich, um das Kraftwerk außer Betrieb zu setzen und das Gebiet Fukushima wieder aufzubauen.