Umweltkatastrophe abgewendet

Welt / 08.04.2021 • 22:22 Uhr
Das führerlose Frachtschiff „Eemslift Hendrika“ drohte auf Grund zu laufen. Reuters
Das führerlose Frachtschiff „Eemslift Hendrika“ drohte auf Grund zu laufen. Reuters

In Seenot geratener Frachter mit 350 Tonnen Schweröl an Bord vor Norwegen gesichert.

Oslo Mehrere Tage trieb ein verlassenes und antriebsloses Frachtschiff schwankend im Meer. Angesichts des schlechten Wetters war befürchtet worden, das 112 Meter lange Schiff der niederländischen Reederei Amasus Shipping mit 350 Tonnen Schweröl und 50 Tonnen Diesel an Bord könne auf Grund laufen – und sensible Naturgebiete in der Gegend verschmutzen. Doch jetzt die Entwarnung: Die „Eemslift Hendrika“ konnte von Spezialkräften in der Nacht auf Donnerstag gesichert werden, teilte die norwegische Küstenverwaltung mit.

Das Schiff war auf dem Weg von Bremerhaven nach Kolvereid an der norwegischen Küste gewesen. Es hatte am Ostermontag bei schlechtem Wetter und heftigem Wellengang Schlagseite bekommen, nachdem sich Teile der Fracht verschoben hatten, und ein Notsignal abgesetzt. Die Besatzung wurde noch am Montag per Hubschrauber von Bord geholt. Am späten Montagabend verlor das Schiff dann seine Antriebskraft.

Parallel zur Bergung bereitete man sich auf das schlimmste Szenario vor – dass die „Eemslift Hendrika“ auf Grund laufen könnte. Ressourcen zur Bekämpfung von Ölverschmutzungen wurden mobilisiert. In der Region gebe es besonders verletzliche Naturgebiete, und man wolle nicht, dass diese der Belastung einer Ölverschmutzung ausgesetzt würden, sagte Bereitschaftsdirektor Hans-Petter Mortensholm.

Im Laufe des mehrtägigen Einsatzes gelang es dann tatsächlich, die Besatzung des niederländischen Bergungsunternehmens Smit Salvage sowie einen Retter von einem Hubschrauber an Bord der „Eemslift Hendrika“ zu bringen. Sie schafften es nach Angaben der Küstenverwaltung, das Schiff mit zwei Schleppern zu verbinden – sowohl am Bug als auch am Heck des Schiffes. Damit sei die Gefahr einer Grundberührung gebannt. Der Frachter wurde daraufhin über Breisundet langsam zum Hafen der Stadt Ålesund geschleppt.