Seit zehn Jahren herrscht in Syrien der Kriegszustand

damaskus Seit Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien vor genau zehn Jahren haben Hunderttausende Menschen ihr Leben verloren. Über 13 Millionen wurden vertrieben. Mehr als die Hälfte der Syrer leidet heute unter Schlafstörungen, Angst und Depressionen. Die Hoffnung auf einen Frieden? Gering. Und dennoch sagt Scheich Ahmed al-Sajasna: “Wir haben keine Reue. Im Gegenteil. Ich fühle mich zufrieden und stolz.” Der blinde Geistliche, heute Mitte 70, gehörte 2011 zu den Wortführern der Syrer, die angespornt von den Aufständen in der arabischen Welt auch in der südsyrischen Stadt Daraa aufbegehrten. An einem Freitag – drei Tage nach der ersten Demonstration in der Hauptstadt Damaskus am 15. März – versammelten sich die Menschen erst zum Gebet in den Moscheen und strömten dann auf die Straße, wo sie ihrem Unmut Luft verschafften. “Freiheit, Freiheit”, riefen sie. Doch der Machthaber Baschar al-Assad schickte seine Truppen, die auf die Demonstranten schossen.
Zehn Jahre später sind keine Anzeichen für eine politische Lösung des Konflikts zu erkennen. Zwar ist die Gewalt zuletzt zurückgegangen, doch alle Gespräche über eine politische Lösung stehen still.