Kunst aus Müll vom Everest

Welt / 11.03.2021 • 22:37 Uhr
Auf dem Mount Everest liegen Schätzungen zufolge 140 Tonnen Abfall. AP
Auf dem Mount Everest liegen Schätzungen zufolge 140 Tonnen Abfall. AP

Neues Museum in Nepal will auf großes Umweltproblem aufmerksam machen.

Kathmandu Der Mount Everest hat traurige Berühmtheit dafür erlangt, die höchstgelegene Müllhalde der Welt zu sein. Auf dem 8848,86 Meter hohen Berg liegen nach Schätzungen der nepalesischen Armee 140 Tonnen Abfall. Dazu kämen rund 40 Tonnen menschliche Ausscheidungen – und über 300 Leichen. Nun wollen Umweltschützer in einem neuen Museum Kunstwerke aus nicht wiederverwertbarem Everest-Müll von Künstlern mehrerer Länder ausstellen. Mit dem Museums-Projekt wolle man auf das große Problem aufmerksam machen, wie der Chef des Projekts, Phinjo Sherpa, sagte. Eröffnet werden soll das Museum in der Nähe des Basislagers im Herbst.

Initiativen von Umweltschützern und Nepals Regierung zur Reduzierung des Everest-Mülls hat es schon mehrere gegeben – allerdings mit begrenztem Erfolg. Sie müssen dabei auch gegen immer mehr Besucher auf dem welthöchsten Berg im Himalaya ankämpfen, die erschöpft von dem Auf- und Abstieg in dünner Luft immer wieder etwas zurücklassen. In den Abfallbergen findet man etwa kaputte Zelte und Kleidungsstücke, Essensverpackungen, Kocher, leere Wasserflaschen, Bierdosen und Sauerstoffflaschen – manches davon liegt schon Jahrzehnte am Everest.

Das Anschwellen der Müllmengen erklärt sich auch aus der gewachsenen Zahl der Everest-Abenteurer: 1979 gab es in der Everest-Region 3600 ausländische Trekker und Bergsteiger, 2018 waren es 60.000, wie es von der Organisation hinter dem Museums­projekt, Sagarmatha Next, heißt. Dazu kommen oft viele einheimische Sherpa-Führer und Träger. Seit rund einem Jahr war jedoch laut Behördenangaben niemand mehr auf dem Everest. Mit einer jüngst angekündeten Putz-Aktion will Nepals Armee die touristenlose Zeit nutzen, um von April bis Juni 35 Tonnen Müll vom Mount Everest und fünf anderen Himalaya-Bergen zu schaffen. Nicht biologisch abbaubares Material soll dann in der Hauptstadt Kathmandu an Recyclingfirmen übergeben werden.