Coronapandemie hat Naturschutz schwer getroffen
GEnf Der Naturschutz hat in vielen Teilen der Welt wegen der Coronapandemie schweren Schaden genommen. So mussten in mehr als der Hälfte aller Schutzgebiete in Afrika Patrouillen und Einsätze gegen Wilderer reduziert oder eingestellt werden, wie die Weltnaturschutzunion (IUCN) berichtete. Auch ein Viertel aller Schutzgebiete in Asien meldete Einschränkungen bei Naturschutzaktivitäten. In Nord- und Lateinamerika sowie in Europa und der Region Ozeanien seien die wichtigsten Funktionen aufrecht erhalten worden, obwohl Einkünfte durch Touristen fehlten. Nach Umfragen in mehr als 60 Ländern verlor jeder fünfte Wildhüter seinen Arbeitsplatz, jeder vierte musste mit einer Einkommenskürzung oder Auszahlungsverspätung fertig werden, schreibt die IUCN. In 22 Ländern seien in mindestens 64 Fällen Erhaltungsmaßnahmen in Schutzgebieten zugunsten von Straßenbau oder Öl- und Gasförderung zurückgenommen worden.
Natürlich habe die Gesundheit der Menschen in der Coronapandemie Priorität, sagte IUCN-Generaldirektor Bruno Oberle. “Aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir nur mit Investitionen in eine gesunde Natur eine solide Basis für die Erholung von der Pandemie schaffen und künftige Krisen der öffentlichen Gesundheit vermeiden.” Die Menschheit verliere den wichtigsten Verbündeten im Kampf gegen künftige Pandemien: die Natur und gesunde Ökosysteme, meinte die Naturschutzorganisation WWF, die an einigen Studien mitgearbeitete.