Flughafen am Südpol geplant

Welt / 07.03.2021 • 22:53 Uhr
Die Antarktis ist Lebensraum etlicher bedrohter Arten. Australien möchte dort einen Flughafen bauen. Experten warnen vor irreparablen Schäden. afp
Die Antarktis ist Lebensraum etlicher bedrohter Arten. Australien möchte dort einen Flughafen bauen. Experten warnen vor irreparablen Schäden. afp

Australiens umstrittene Antarktis-Pläne bringen Umweltschützer auf den Plan.

sydney, antarktis Die Antarktis gilt als einer der letzten weitgehend unberührten Naturräume der Erde. Das hat nicht nur mit der entlegenen Lage des Kontinents zu tun, sondern auch mit seinem unwirtlichen Klima. In Tälern des Ostantarktischen Plateaus wurden einmal Temperaturen von minus 98 Grad gemessen. In dieser einmaligen Region mit ihren seltenen Tierarten plant Australien bis 2040 den Bau eines Flughafens.

Umweltschützer entsetzt

Eine 2,7 Kilometer lange befestigte Landebahn soll es künftig auch großen Maschinen ermöglichen, den Südpol anzusteuern. Umweltschützer sind entsetzt. Die Regierung in Canberra will das Projekt im von ihr beanspruchten Teil im Osten der Antarktis durchführen, ganz in der Nähe der australischen Forschungsstation Davis. Die asphaltierte Piste würde nach den Wünschen der Regierungsbehörde Australian Antarctic Division (AAD) ganzjährige Flugverbindungen zwischen Hobart, der Hauptstadt des Bundesstaates Tasmanien, und der Antarktis möglich machen.

In dem Gebiet gibt es kaum Eis, aber viele Naturwunder. „Die Region um Davis Station ist wahrscheinlich das bedeutendste eisfreie Küstengebiet der Antarktis“, betonen Forscher der Universität Tasmanien (UTAS). „Sie bietet einzigartige Seen, Fjorde, Fossilienfundstätten und wildlebende Tiere.“ Irreparable Schäden wären durch das Vorhaben zu erwarten.

Derzeit befindet sich das teure Projekt in der Umweltprüfungsphase. Beobachter rechnen mit Kosten von mehreren Milliarden Australischer Dollar. Ob es letztlich genehmigt wird, ist noch fraglich. Die Antarktis-Division AAD sieht aber „eine Reihe bedeutender wissenschaftlicher Vorteile“, wenn es künftig ganzjährig Zugang zu der unwirtlichen Region geben sollte.