Nashorn-Wilderei ausgebremst

Welt / 04.02.2021 • 22:43 Uhr
In Afrika soll es noch rd. 20.000 Breitmaulnashörner und 5000 Spitzmaulnashörner geben. AP
In Afrika soll es noch rd. 20.000 Breitmaulnashörner und 5000 Spitzmaulnashörner geben. AP

Corona-Maßnahmen zeigen Wirkung. Zahl getöteter Tiere um ein Drittel zurückgegangen.

Johannesburg Die Zahl der von Wilderern getöteten Nashörner in Südafrika ist 2020 um ein Drittel zurückgegangen. Landesweit sank sie im Vergleich zum Vorjahr von 594 auf 394 Tiere, wie Umweltministerin Barbara Creecy bekannt gab. Insgesamt war die Wilderei in Südafrika rückläufig – das gilt auch für die wegen ihres Elfenbeins getöteten Elefanten. Die Zahl der nur im Krüger-Nationalpark gewilderten Jumbos sank um knapp die Hälfte gegenüber dem Vorjahr auf 16 tote Dickhäuter. 2020 wurden insgesamt 166 mutmaßliche Wilderer festgenommen – 66 im Krügerpark.

„Obwohl 2020 die Maßnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie ihren Teil zum Rückgang der Nashorn-Wilderei beitrugen, so spielten die auf ihren Posten bleibenden Ranger und das Sicherheitspersonal wie auch die weiteren Maßnahmen der Regierung zur wirksamen Bekämpfung dieser Verbrechen doch eine entscheidende Rolle“, schrieb die Ministerin in einer Mitteilung mit Blick auf die Arbeit der Anti-Wilderer-Einheiten.

Der Internationale Tierschutz-Fonds (IFAW) begrüßte die Entwicklung als Erfolg, verwies aber auf den hohen Anteil gewilderter Dickhäuter im Krüger-Nationalpark. Er liege mit rund 62 Prozent (245 Tiere) relativ hoch. „Wir ermutigen dazu, den Bedürfnissen der Ranger und des Managements im Krüger-Nationalpark zu entsprechen, um die Wilderei zu stoppen“, betonte der regionale IFAW-Direktor Neil Greenwood. Der Kampf gegen die Nashorn-Wilderei könne gewonnen werden durch große Geschlossenheit, sei aber zäh und lebensgefährlich.

„Als Heimat für Südafrikas größten Nashorn-Bestand werden die Tiere im Kreuzfeuer der Wilderer bleiben“, betonte Greenwood. Der IFAW zitiert Medienberichte, wonach die Gesamtpopulation des Parks in den letzten zehn Jahren um 66 bis 70 Prozent zurückgegangen ist. Das gehe aus dem Jahresbericht der SA National Parks hervor.