Kräftiges Erdbeben nahe Admont

Welt / 20.01.2021 • 22:25 Uhr
Im Pfarrhof der Wallfahrtskirche Frauenberg sind neben zerborstenen Fensterscheiben auch Schäden an der Deckenmalerei entstanden. APA
Im Pfarrhof der Wallfahrtskirche Frauenberg sind neben zerborstenen Fensterscheiben auch Schäden an der Deckenmalerei entstanden. APA

Beben der Stärke 4,7 hat Bewohner in der Obersteiermark erschreckt.

Admont Ein Erdbeben mit der Magnitude 4,7 hat am Mittwochmorgen viele Bewohner im Raum Admont in der Obersteiermark erschreckt. Das Epizentrum lag sechs Kilometer westlich von Admont (Bezirk Liezen) und in etwa acht Kilometern Tiefe, hieß es von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Das Beben wurde von Bewohnern nahe des Epizentrums sehr deutlich gespürt, Tische wackelten und Kastentüren sprangen auf. Mario Brandmüller vom Stift Admont schilderte im APA-Gespräch, dass es ordentlich gerüttelt habe: „Wir saßen im zweiten Stock und haben zuerst an eine Dachlawine gedacht.“ Bilder fielen von den Wänden, die Computer-Monitore und Lampen wackelten, sagte er. Noch am Vormittag hatte ein Baumeister mit der Begutachtung begonnen: Für die weltberühmte Klosterbibliothek sowie die Kirche beim Stift gab es vorerst Entwarnung, da seien bisher keine Schäden bemerkt worden. Doch den Pfarrhof der wenige Kilometer entfernt liegenden Wallfahrtskirche Frauenberg hat es laut Brandmüller schwer getroffen: Fensterscheiben seien zerbrochen und Deckenmalereien bröckelten ab. Der Pfarrhof, der direkt an die Kirche anschließt, sei deshalb so schwer getroffen, weil das Gotteshaus nahezu über dem Epizentrum, das auf der Plesch war, stehe, erklärte Brandmüller.

Alle vier bis fünf Jahre

Ein Beben dieser Stärke kommt in Österreich nur etwa alle vier bis fünf Jahre vor, hieß es seitens der ZAMG. Es dürfte in weiten Teilen Österreichs gespürt worden sein, dennoch waren die Erdstöße beispielsweise in Graz nicht so stark zu bemerken wie beim Beben Ende Dezember in Kroatien. Das lag wohl an der eher geringen Tiefe von acht Kilometer, schilderte die Erdbeben-Expertin der ZAMG, Fee-Alexandra Rodler.