China kehrt zur Normalität zurück

Welt / 16.11.2020 • 22:22 Uhr
In China hat sich nach der Coronavirus-Pandemie der Alltag wieder eingependelt. reuters
In China hat sich nach der Coronavirus-Pandemie der Alltag wieder eingependelt. reuters

Nach knapp einem Jahr Corona scheint sich die Lage in China beruhigt zu haben.

peking Zhong Nanshan ist so etwas wie der Christian Drosten Chinas. Der führende Pandemie-Forscher der Volksrepublik gab mit seinen Ratschlägen schon die Richtung vor, als sein Land vor 18 Jahren von der Lungenkrankheit SARS heimgesucht worden war. Damals sammelten die Chinesen wichtige Erfahrungen für den Kampf gegen Coronaviren. Auch dieser Wissensvorsprung half dem Milliardenvolk, bislang besser durch die Krise zu kommen als große Teile des Westens. Während die „zweite Welle“ in den USA und Europa wütet, kann Zhong Nanshan vor allem gute Nachrichten verbreiten. Er gehe nicht davon aus, dass es in China noch einmal zu einem großflächigen Corona-Ausbruch kommen wird, zitieren chinesische Staatsmedien den Star-Forscher dieser Tage. „Die derzeitige Lage in China ist sicher. Aber es war ein hart erkämpfter Sieg“, fasst der 84 Jahre alte Arzt die Situation in seinem Heimatland zusammen.

Tatsächlich hat die autokratische Volksrepublik seiner Bevölkerung im Kampf gegen das Coronavirus einiges zugemutet. Millionenstädte wurden zum Teil über Wochen abgeriegelt. Strikte Isolation, Massentests und eine praktisch lückenlose digitale Nachverfolgung von Fällen haben dazu geführt, dass das Milliardenvolk besser durch die Krise gekommen ist als viele andere Regionen – auch wenn dabei auf die Privatsphäre keine Rücksicht genommen wurde.

Seit Monaten gibt es nach Angaben der Führung kaum noch neue Infektionen, sodass sich das Leben und die Wirtschaftstätigkeit wieder normalisieren, selbst in Wuhan, wo das Virus im vergangenen Dezember seinen Ursprung hatte. Ökonomen gehen davon aus, dass China in diesem Jahr die einzige große Volkswirtschaft sein wird, die das Jahr mit einem positiven Wachstum abschließen kann.