Europol: Internationale Kriminelle wollen an Coronakrise verdienen
Den Haag Gefälschte Medikamente, wirkungslose Billig-Schutzkleidung, Betrug und Erpressung mit Hilfe des Internets – grenzüberschreitend agierende Kriminelle wollen aus den Folgen der Coronakrise Kapital schlagen. Davor warnte die europäische Polizeibehörde Europol in einem in Den Haag veröffentlichten Lagebericht.
Besonders besorgniserregend seien Versuche des sexuellen Missbrauchs an Kindern, die in der Pandemie mehr Zeit als sonst mit dem Surfen im Netz verbringen. Zudem seien Gesundheitseinrichtungen und Unternehmen Ziele von Kriminellen, die Schadsoftware in Computer einschleusen, um dann Lösegeld zu fordern.
Länger anhaltende Lockdown-Maßnahmen könnten zu mehr Cybercrime-Aktivitäten führen, warnte Europol. Zu befürchten sei dann auch, dass durch eine verstärkte extremistische Propaganda die Radikalisierung von dafür anfälligen Personen zunimmt. „Es ist jedoch ermutigend, zu sehen, wie effektiv Strafverfolgungsbehörden in der gesamten EU kooperieren, um innerhalb kurzer Zeit gegen Gefährdungen der Sicherheit vorzugehen, die mit Covid-19 zusammenhängen“, sagte Europol-Exekutivdirektorin Catherine de Bolle.