Österreich: Neue Corona-Cluster in Schlachthof und Freikirche

Die Pfingstkirchen schließen alle Gotteshäuser bis auf Weiteres, im Bezirk Horn ist ein Schlachthof ebenfalls betroffen.
Wien Die Zahl der Coronavirus-Fälle im Umfeld der Wiener Neustädter “Pfingstkirche Gemeinde Gottes” in NÖ ist am Mittwoch von vier auf neun gestiegen. Der Landessanitätsstab spricht in Bezug auf die Freikirche nunmehr von einem Cluster. In einem Schlachtbetrieb im Bezirk Horn wurden 24 Infizierte festgestellt. Unterdessen wurde in der Kärntner Bezirksstadt Wolfsberg eine Maskenpflicht angeordnet.
Wegen der Covid19-Fälle schloss die Glaubensgemeinschaft alle Kirchen in Österreich. Befristet sei dieser Schritt vorerst bis Monatsende, sagte Ion Paduretu, der Sprecher der Dachorganisation der Pfingstkirchen in Österreich, am Mittwoch zur APA. Aktuell werden die Gottesdienste online übertragen.
“Wir haben am Samstagvormittag von dem Fall in Wiener Neustadt erfahren und sofort die Entscheidung getroffen”, kommentierte der Sprecher die Kirchenschließungen. Die Testungen von insgesamt 270 abgesonderten Kontaktpersonen sind weiter im Gange. Wie auch der ORF Niederösterreich berichtete, zählt die betroffene Freikirche in Wiener Neustadt hierzulande zu den größten Häusern der “Pfingstkirche Gemeinde Gottes”.
Paduretu zufolge gibt es 650 erwachsene Mitglieder, zählt man Kinder und Jugendliche mit, gehören etwa 1300 Menschen der Gemeinschaft an. In ganz Österreich gibt es dem Sprecher zufolge 37 Gemeinden, die bundesweite Gesamtmitgliederzahl bezifferte Paduretu mit 16.200.
Schlachthof im Bezirk Horn
In einem Schlachtbetrieb in Eggenburg im Bezirk Horn wurden 24 Personen mit dem Coronavirus infiziert. Wie Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) am Mittwoch mitteilte, seien 244 Mitarbeiter des Unternehmens abgesondert worden. Dies sei “quasi eine Schließung”, eine behördliche Schließung des Unternehmens liege jedoch nicht vor.
40 Testungen im Fall des Corona-Clusters in Eggenburg seien noch ausständig, ergänzte sie. Die positiven Ergebnisse seien im Rahmen von Screening-Untersuchungen aufgetaucht. Ein solches Screening sei etwa auch bei Beschäftigten eines Schlachtbetriebs in Melk durchgeführt worden. Dort habe es keinen positiven Fall gegeben, betonte Königsberger-Ludwig.
Maskenpflicht für Wolfsberg
Nach Tourismus-Hotspots wie Velden und den Klagenfurter Märkten wird nun auch für die Bezirksstadt Wolfsberg eine zeitlich und örtlich begrenzte Maskenpflicht verordnet. Wie der Landespressedienst bekannt gab, muss der Mund-Nasen-Schutz in der Stadt künftig an Wochenenden von 21.00 bis 2.00 Uhr getragen werden.
APA