Warum die Stadt Bregenz beim Metro-Kino die Reißleine zieht

Vorarlberg / 27.03.2026 • 13:49 Uhr
Warum die Stadt Bregenz beim Metro-Kino die Reißleine zieht
Seit März 2025 sind die Türen im Metro-Kino in Bregenz geschlossen. VN/Paulitsch

Kauf des Metro-Kinos durch die Stadt ist endgültig vom Tisch. Eigentümer Lukas Pasi ist aktuell mit möglichen Interessenten im Gespräch.

Bregenz Im März 2025 ist im Metro-Kino in Bregenz der letzte Vorhang gefallen. Zuvor hatte Betreiber Sakir Sahin den Pachtvertrag mit Eigentümer Lukas Pasi beendet. Damit war klar, dass der Kinobetrieb vorerst nicht weitergeführt wird.

Warum die Stadt Bregenz beim Metro-Kino die Reißleine zieht
Das Metro-Kino steht weiterhin vor einer ungewissen Zukunft. VN/Paulitsch

Seit seiner Eröffnung im Jahr 1952 prägte das Kino das kulturelle Leben in Bregenz, das einst das größte Lichtspieltheater Westösterreichs war.

Seit der Schließung ist offen, wie es mit dem Metro-Kino weitergeht. Für die Stadt Bregenz war dabei von Anfang an klar, dass der Kinostandort im Vorkloster erhalten bleiben soll. Entsprechend liefen längere Zeit Verhandlungen über einen möglichen Ankauf der Immobilie durch die Stadt. Außerdem wurde ein Konzept entwickelt, um den Standort zu einem vielseitigen Kultur- und Veranstaltungszentrum weiterzuentwickeln. Das ist nun endgültig vom Tisch, wie Kulturstadtrat Reinhold Einwallner (SPÖ) gegenüber den VN bestätigt.

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Ein Ankauf der Immobilie durch die Stadt ist nun endgültig vom Tisch, wie Reinhold Einwallner mitteilt. VN/Steurer

Die Stadt und Eigentümer Lukas Pasi haben jeweils ein eigenes Gutachten zum Wert der Immobilie erstellen lassen. “Diese Gutachten liegen aber sehr weit auseinander, etwa um ein Drittel”, erklärt Einwallner. Gleichzeitig sei die finanzielle Lage in der Stadt Bregenz angespannt. “Für uns war damit klar, dass ein Kauf leider nicht infrage kommt.” Ganz zurückgezogen habe sich die Stadt aber nicht. “Wir waren bemüht, dabei zu helfen, eine Nachfolgeregelung zu finden”, betont Einwallner. Es habe dazu auch zwei Runden mit potenziellen Interessenten gegeben. “Am Ende muss aber der Eigentümer entscheiden, wie es mit dem Gebäude weitergeht.”

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Eigentümer Lukas Pasi verhandelt aktuell mit einigen Interessenten.Roland Paulitsch

Dass es nicht zu einem Verkauf gekommen ist, bedauert Pasi, auch wenn er die Entscheidung nachvollziehen kann: “Wenn die Stadt die Immobilie gekauft hätte, hätte ich eine gewisse Sicherheit gehabt, dass das Kino für die nächsten Jahre ein Kino bleiben kann.” Das sei grundsätzlich auch sein Wunsch gewesen. “Es ist schade, aber ich verstehe natürlich auch die budgetäre Situation.”

Inzwischen haben sich laut Lukas Pasi mehrere Interessenten gemeldet. “Da sind viele mit guten Ideen dabei, wir sind gerade dabei, auszuloten, was sich ergeben könnte.” Konkrete Gespräche gibt es laut dem Eigentümer mit zwei Interessenten. Auch Roland Lang und Rahel Schoenthal vom ehemaligen “Honolulu-Hotel” waren zwischenzeitlich als mögliche Betreiber im Spiel. Da die Stadt vom Kauf absah, habe sich aber die Ausgangslage verändert.

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Vorübergehend geschlossen heißt es seit März 2025.Roland Paulitsch

Pasi sieht sich dabei immer wieder mit demselben Problem konfrontiert. Ein reiner Kinobetrieb reiche für ein Haus dieser Größe nicht aus, deshalb seien zusätzliche Nutzungen wie Veranstaltungen von Anfang an mitgedacht worden. Aber auch Mehrfachnutzung mache es schwer, den Betrieb wirtschaftlich abzusichern, zumal umfangreiche Investitionen notwendig wären.

Wie es also mit dem Metro-Kino weitergeht, ist derzeit offen. Eines ist Lukas Pasi jedoch ein besonderes Anliegen: “Mein Wunsch ist, dass das Gebäude erhalten bleibt, vor allem der architektonisch wertvolle Teil.” Eine Nutzung als Kino wäre für ihn naheliegend und “eine schöne Sache”. Sollte sich eine andere Nutzung ergeben, müsse sie zumindest einen Mehrwert für die Gesellschaft bieten, betont Pasi.