Ein Ausflug zwischen Fantasie und Tradition: “Für mich sind es drei Tage Erholung”

Die Herbstmesse ist eröffnet. Das ist heuer in Dornbirn angesagt.
Dornbirn Anna (15) aus Bludenz ist heute als Saki unterwegs. Eine Brille, pinke Perücke mit Zöpfen und eine Art Hörner am Kopf. „Die Charaktere und Kostüme wechseln; es kommt auch immer darauf an, welche Serien man gerade mag“, erzählt sie. Die 15-Jährige ist Cosplayerin. Auf der Herbstmesse in Halle 8 geben Anna und ihre Kollegen Einblicke in die bunte Welt des Cosplays. Auch Filmfahrzeuge wie der Ecto-1 aus Ghostbusters und die Zeitmaschine aus „Zurück in die Zukunft“ sind dort zu sehen. “Man kann so sein, wie man möchte, ohne dass es jemand beurteilt, weil sie uns alle nicht kennen”, beschreibt Leonie (15) aus Wolfurt alias Eli die Faszination für die Figuren aus fiktiven Welten. Fantasie und Tradition liegen auf der Herbstmesse tatsächlich nahe beieinander.




Direkt vor der Halle 8 befindet sich der Themenbereich „Naturraum Vorarlberg“. Hier ist bis Sonntag auch der Arbeitsplatz von Bubi (8) und Prinz (11). “Ich bilde alle Pferde selber aus. Bis eines perfekt ist, dauert es etwa ein Jahr”, erläutert Alexander Kopf (51). Bubi und Prinz sind Noriker. Ihr Spezialgebiet ist die Holzbringung. “Hüst ist links, Hott ist rechts, Hü ist stehenbleiben”, erklärt Kopf den Zuschauern, dann kann es losgehen. Bubi wiehert lautstark, als er mit einem angehängten Baumstamm Tempo aufnimmt und an mehreren Stuten vorbeizieht. “1,5 Tonnen nimmt er sicher mit. Er macht das echt gerne”, erklärt Alexander Kopf.


Nebenan am Bauernmarkt hat Daniel Bell seinen Stand mit dem preisgekrönten Eierlikör “Wilder Engel”, Nudeln und lasergravierten Geschenken aufgeschlagen. „Für mich sind es drei Tage Erholung“, sagt der Chef des Geflügelhofs Feldkirch und lacht. “Ich bin hier, um den Leuten zu zeigen, was wir haben. Wenn man ohne Erwartungen herkommt, ist alles gut.”







Ähnlich halten es Jürgen und Carmen Tschofen aus Gortipohl. “Von der Arbeitslage her müssten wir eigentlich nicht herkommen, aber du darfst halt nicht stehen bleiben. Du musst präsent sein und außerdem tun wir es gerne”, erzählt Jürgen Tschofen. Der Weißküfer fertigt Produkte aus heimischen Hölzern, viele davon aus Zirbenholz. “Angefangen haben wir mit einem Produkt, jetzt haben wir über 400. Es wird alles von uns gemacht”, ergänzt Carmen Tschofen.

Von regionalen Handwerkern bis zu Winzern aus dem Burgenland – die Bandbreite in Halle 11 ist groß. Für Elfe Sommer vom Weingut Rebhof Sommer in Mörbisch ist der Auftritt auf der Messe längst ein Pflichttermin. “Ich komme schon mindestens 15 Jahre nach Dornbirn. Es ist wunderschön. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich herfahren darf. Es ist irgendwie wie Urlaub. Die Leute sind so freundlich und nett, und sie lieben den Wein”, sagt sie. Lange muss sie auf die ersten Besucher nicht warten. Elfe Sommer schmunzelt: “Die Kunden sind dankbar, dass wir herfahren. Ins Burgenland kommen sie ja nicht, das ist ihnen oft zu weit.”

