Warum Extinction Rebellion gegen einen Künstler beim Szene Openair protestiert

Die Verpflichtung des umstrittenen Rappers Yung Hurn stößt den Umweltaktivisten sauer auf. Das sagt Isabella Gural-Wörndle vom Szene Openair.
Lustenau Der österreichische Rapper Yung Hurn polarisiert – und sein geplanter Auftritt beim Szene Openair 2025 stößt auf scharfe Kritik. Aktivistinnen und Aktivisten der Klimaorganisationen Extinction Rebellion und Pro Choice Vorarlberg werfen dem Musiker sexistische, sexualisierte und rassistische Inhalte vor.
Seine Texte seien geprägt von Stereotypen, Gewaltfantasien und frauenverachtender Sprache. Die Kritik richte sich nicht pauschal gegen das Szene Openair, betonen die Aktivisten. “Das Festival ist für sein ansonsten ausgewogenes Booking, das feministische Künstler umfasst, durchaus bekannt und werde dafür geschätzt”, heißt es in der Mitteilung. Dass er ausgerechnet auf einem Festival mit feministischen Acts wie Mathea, Ikkimel oder Eli Preiss auftrete, sehen die Kritiker als widersprüchlich und problematisch.

Auf VN-Anfrage betont Isabella Gural-Wörndle vom Booking-Team des Szene Openairs, man wolle mit der Programmgestaltung bewusst ein möglichst breites Spektrum an Perspektiven und künstlerischen Ausdrucksformen abbilden. “Wir geben Kunstfiguren die Möglichkeit, sich zu präsentieren. Uns ist wichtig, dass unser Publikum mündig genug ist, sich selbst ein Bild zu machen – und diese künstlerische Reibung auch auszuhalten.”
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Mit über 50 Acts verfolge das Szene Openair das Ziel, ein diverses Programm für ein breites Publikum zu schaffen – ohne Einordnungen in Schubladen. “Wir sind für unsere Vielfalt bekannt. Nur weil ein Act polarisiert, heißt das nicht, dass wir uns mit dessen Aussagen identifizieren”, unterstreicht Isabella Gural-Wörndle. Vielmehr verstehe man sich als Plattform, die auch Diskurs ermögliche – und damit auch eine Chance auf Reflexion und Sensibilisierung.