Von idyllischer Ruhe zum Hotspot für Festivalfans

Vorarlberg / 18.07.2025 • 14:33 Uhr
Von idyllischer Ruhe zum Hotspot für Festivalfans
Das Gelände am Alten Rhein erstrahlt noch in sattem Grün. Festivalveranstalter Hannes Hagen erwartet in rund zwei Wochen über 20.000 Besucher. VN/Serra

Am Alten Rhein in Lustenau beginnen die Vorbereitungen auf das größte Festival Westösterreichs.

Lustenau Idyllische Ruhe herrscht am sechs Hektar großen Gelände am Alten Rhein in Lustenau. Die Wiese ist frisch gemäht, das Gras leuchtet in sattem Grün. Zumindest noch: Denn in wenigen Tagen werden beim Szene Openair Tausende begeisterte Festivalbesucher das Kommando übernehmen und Lustenau in eine Hochburg für Musik und gute Laune verwandeln. Festivalveranstalter Hannes Hagen spaziert über das weitläufige Gelände, wo bald riesige Bühnen, Zelte und Wege entstehen werden.

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Auf dem Gelände wird alles für Tausende Festivalfans vorbereitet.

“Da leidet man als Veranstalter schon mit. Man fragt sich sofort: Was würde ich in dieser Situation tun.”

Hannes Hagen, Szene Openair

Gedanken an Horrorszenarien wie beim diesjährigen Tomorrowland-Festival in Belgien, wo nur zwei Tage vor Festivalstart die Haupttribüne abbrannte, lassen auch ihn nicht kalt. “Da leidet man als Veranstalter schon mit. Man fragt sich sofort: Was würde ich in dieser Situation tun? Wie gehe ich mit den bereits anreisenden Gästen um? Wie funktioniert die Kommunikation nach außen?”, sagt er, während sein Blick über das Areal schweift. Um solche Risiken müsse man sich beim Szene Openair zum Glück weniger sorgen, erklärt er: “Unser Festival funktioniert nicht mit Feuershows oder Pyro-Effekten. Was die Bühne betrifft, haben wir keine Bedenken.”

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Die letzten Vorbereitungen vor dem Aufbau.

Damit das mittlerweile 35. Szene Openair reibungslos über die Bühne geht, sind rund 800 freiwillige Helferinnen und Helfer im Einsatz. Schon am Montag beginnen die ersten Vermessungsarbeiten auf dem Gelände, bevor in den darauffolgenden Tagen die ersten Lkw anrollen, Material liefern und mit dem Verlegen der Wege beginnen. “Es ist alles genau durchgeplant”, betont Hannes Hagen.

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“Die größte Herausforderung sei nach wie vor die Teuerung”, sagt Hannes Hagen.

Auch in diesem Jahr bietet das Openair einen bunten musikalischen Mix aus nationalen und internationalen Künstlern. “Bei der Programmplanung steht vor allem eine bunte Mischung aus verschiedenen Genres im Fokus. Es ist sowohl für junge als auch für langjährige Szene-Besucher etwas dabei”, freut sich Hagen. Das spiegle sich auch im guten Vorverkauf wider. Der Samstag mit Headliner Jan Delay ist bereits seit drei Wochen restlos ausverkauft. Insgesamt sind bereits 98 Prozent der Tickets vergriffen. “Wir rechnen auch in diesem Jahr mit einem ausverkauften Festival”, freut sich der Festivalchef.

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Die Wiese am Alten Rhein erstrahlt noch in sattem Grün. Bald rollen die ersten Lkw an.

In den vergangenen Jahren hat sich das größte Festival Westösterreichs ständig weiterentwickelt: Erweiterung des Gastronomiekonzepts, zusätzliche Shuttlebusse sowie eine neue Bühne für regionale Nachwuchskünstler. Neu etwa in diesem Jahr: Für Festivalbesucher stehen erstmals Schließfächer zur Verfügung: insgesamt 450 an drei verschiedenen Standorten. “Sie können bequem vorab online reserviert werden und bieten während des Festivals einen sicheren Ort für Wertsachen. Das ist schon eine coole Sache”, schwärmt der Festivalchef.

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Alles bereit für den Aufbau auf dem sechs Hektar großen Areal am Alten Rhein in Lustenau.

Die größte Herausforderung in der Festivalplanung sei nach wie vor die Teuerung, die sich in allen Bereichen niederschlage. “Diese liegt nach wie vor bei sieben bis zehn Prozent – das ist immer noch eklatant”, erklärt Hagen. In diesem Jahr steht dem Organisationsteam ein Budget von zwei Millionen Euro zur Verfügung. Um die gestiegenen Kosten zumindest teilweise abzufedern, wurden die Ticketpreise um etwa vier Prozent angehoben. “Mehr ist einfach nicht drin. Man muss in bestimmten Bereichen optimieren und ganz genau kalkulieren.” Als gemeinnütziger Verein gehe es ohnehin nicht darum, Gewinn zu erzielen. “Wenn wir es schaffen, eben auszusteigen oder sogar leichte Rücklagen bilden, sind wir mehr als zufrieden.” Denn schon jetzt wird der Blick auf die kommenden Ausgaben des Szene Openair gerichtet. “Nach dem Festival ist vor dem Festival. Schon jetzt laufen die ersten Gespräche für 2027. Aber jetzt freuen wir uns einfach nur darauf, dass es endlich losgeht.”

Szene Openair: 31. Juli bis 2. August, Alter Rhein Lustenau. www.szeneopenair.at