Fischer zieht riesigen Wels aus dem Alten Rhein: “Ich konnte es einfach nicht glauben”

Norbert Ender aus Hohenems erlebte am Donnerstagmorgen eine gigantische Überraschung.
Hohenems Norbert Ender (84) ist eigentlich ein alter Hase, wenn es ums Fischen geht. Was er am Donnerstagmorgen sah, überraschte aber selbst ihn. „Ich bin schon 60 Jahre beim Fischereiverein dabei, aber einen so großen Fisch hatte ich noch nie an der Angel“, erzählt er.


Der Hohenemser radelte am Donnerstag wie jeden Morgen an den Alten Rhein zum Schwimmen. Als er an seinem Badeplatz nördlich des alten Hohenemser Bades ankam, wartete bereits eine gigantische Überraschung auf ihn. „Ausgerechnet heute war ich eine Stunde später dran als sonst. Ich bin gerade dazugekommen, als der Fischer den Fisch angelandet hatte. Ich konnte es einfach nicht glauben. Ich habe einen Meterstab danebengelegt. Der hat nicht gereicht.“


Vor Norbert Ender lag ein 2,20 Meter langer Wels. Auch der Fischer selbst – Fritz Moser aus Rebstein in der Schweiz – hatte mit so einem dicken Fang wohl nicht gerechnet. „Er war mit einem Motorroller unterwegs und wusste nicht, wie er den Fisch heimbringt. Ich bin dann mit dem Fahrrad wieder zurückgefahren und habe das Auto geholt. Zum Glück ist gerade ein Bauhofmitarbeiter von der Stadt Hohenems dazugekommen, der uns geholfen hat, den Fisch in den Kofferraum zu hieven“, schildert Norbert Ender. „Das war wirklich ein einmaliges Erlebnis, ich habe schon viele Fischereiüberraschungen erlebt, aber so etwas . . .“


Welse haben in den vergangenen Wochen mehrfach für Schlagzeilen gesorgt. Im Brombachsee in Franken wurden Badegäste innerhalb von wenigen Tagen zweimal von einem Riesenwels attackiert. Auch der Lustenauer Gerri Hämmerle berichtete in den VN, wie er im Vorjahr im Alten Rhein von einem Fisch, vermutlich einem Wels, am Fuß gepackt wurde.


Der Europäische Wels, auch Waller genannt, ist die größte heimische Fischart. Das größte Exemplar, das jemals offiziell gemessen wurde, hatte eine Länge von 2,85 Metern und wurde 2023 im Po gefangen. Die Fische, die vor allem in Seen oder langsam fließenden Gewässern leben, können zwar sehr groß werden, sind normalerweise aber nachtaktiv und greifen keine Menschen an. Lediglich während der Laichzeit von Mai bis Juni, wenn sie ihr Gelege verteidigen, kann es zu Attacken kommen. Norbert Ender sieht den Fang zwiespältig: „Es ist natürlich ein Lebewesen. Auf der einen Seite ist der Fischer stolz, wenn er so einen Fisch fängt, auf der anderen Seite gehört der Fisch ins Wasser und nicht in die Pfanne“, merkt er an.