Messerangriff am Bahnhof Dornbirn: Junger Syrer setzte Angreifer außer Gefecht

53-jähriger Montagearbeiter ging auf Jugendliche los. 17-Jähriger half den Opfern.
Feldkirch „Das rechne ich Ihnen hoch an“, lobt auch Richter Peter Novak das beherzte Einschreiten des jungen Syrers. Eine Woche vor Weihnachten vergangenen Jahres kam es am Bahnhof in Dornbirn wieder einmal zu einer Auseinandersetzung. Mehrere Jugendliche verschiedenster Nationalitäten waren gegen halb zehn Uhr abends auf dem Platz vor dem Bahnhof, als plötzlich ein betrunkener 53-jähriger Montagearbeiter ums Eck kam und sie völlig grundlos anpöbelte und sogar mit einem Messer in der Hand angriff. Einem der Jugendlichen hielt er das Messer sogar an den Hals und führte Stichbewegungen in Richtung der jungen Männer aus. Der 17-jährige Syrer holte aus und schlug den Angreifer mit der Faust nieder. Der Betrunkene, der 1,8 Promille intus hatte, lag am Boden und gab Ruhe. Die Jugendlichen riefen die Polizei.
Gut reagiert
Der Verteidiger des jungen Syrers hält sich in seinem Plädoyer kurz: „Es war ganz einfach Notwehr.” Der junge Mann, der in einem Arbeitsprojekt sein Geld verdient, hatte Angst vor dem Messer und fühlte sich ebenfalls bedroht. Vor allem sagte der Betrunkene auch, dass er sie alle umbringen werde. Dass der junge Mann keinesfalls überreagierte, zeigt auch das Video, das am Tatort aufgenommen wurde. Nach dem einen Schlag wird der am Boden liegende Trunkenbold nicht mehr von den jungen Leuten behelligt. Sie warten, bis die Polizei ihrer Pflicht nachgeht. Hätte der Syrer nicht reagiert, wäre vielleicht jemand durch das Messer verletzt worden.
Schuld- und Freispruch
Der Angreifer, ein gutverdienender Arbeiter, weiß nicht mehr, warum er die Jugendlichen angriff oder was er von ihnen wollte. Auf dem Video sieht man, wie diese zunächst ausweichen und dem Konflikt aus dem Weg gehen wollen. Der Angreifer geht ihnen jedoch mit dem Messer immer wieder hinterher. Der junge Syrer wird freigesprochen, der Faustschlag war gerechtfertigt. Der bislang unbescholtene, geständige Arbeiter wird hingegen wegen gefährlicher Drohung zu 10.500 Euro verurteilt. Die Hälfte davon muss er bezahlen. Der Freispruch ist rechtskräftig. Der Schuldspruch noch nicht.