Von kickenden Priestern und Motivation mithilfe Künstlicher Intelligenz

Vorarlberg / 20.02.2025 • 14:22 Uhr
Priester-Fußball-EM
Die Geistlichen zeigten heuer fußballerischen Einsatz in Ungarn. Priesternationalelf/Zarl (alle)

Das österreichische Priester-Fußballnationalteam hat jetzt eine eigene “Hymne” und erkickte sich bei der EM Platz acht. Mit dabei waren auch wieder zwei Vorarlberger Pfarrer.

Lauterach, Andelsbuch, Budapest Da sag noch einmal einer die Kirche sei altmodisch. Über 200 sportliche Geistliche aus 14 Nationen haben sich unlängst wieder zur alljährlichen Priester-Fußball-EM getroffen. Österreichs Nationalteam hat sich auf das Turnier mit einer “neuen Hymne”, die Kapitän und Kaplan Michael Semmelmeyer mittels Künstlicher Intelligenz geschaffen hatte, eingestimmt. Konkret wurde ein mit einem nach Schlager-Party-klingenden Mix unter dem Titel “Heilige Elf, hoch und höher, wir spielen für den Himmel und den Sieg” kreiert. Am Ende schaute für die Rot-Weiß-Roten vergangene Woche Platz acht heraus. Gewonnen haben die kickenden Priester aus Polen.

Priester-Fußball-EM
Ein Schnappschuss beim Eröffnungsgottesdienst: Lauterachs Pfarrer Virgiliu (l.) und seine kickenden Kollegen holten sich den Segen auch für die Kickschuhe von ganz oben.

Mit dabei beim Turnier waren diesmal auch wieder die beiden Vorarlberger Pfarrer Virgiliu Demsa-Crainicu (Lauterach) und Mihai Cristian Anghel (Andelsbuch). “Alles ist gut gelaufen und wir sind alle wieder gesund nachhause gekommen”, hat Lauterachs Pfarrer Virgiliu und Torhüter der Priestermannschaft Positives nach dem Event in Ungarn zu berichten.

Priester-Fußball-EM
Die rot-weiß-roten erkickten sich Platz acht. Mit dabei waren mit Virgiliu Demsa-Crainicu und Mihai Christian Anghel auch zwei Pfarrer aus Vorarlberg.

Die neue Motivations-“Hymne” ist für ihn zwar noch nicht zum Ohrwurm geworden. “Es ist eine schöne Idee. Aber vor den Spielen können wir diese natürlich nicht singen”, sagt der 37-Jährige und lacht. Auch eine “Kabinenparty” mit KI-Hymne gab es nicht. Umrahmt sind die Matches dann nämlich naturgemäß doch von Gottesdiensten, spirituellen Angeboten und einer Einführung in die Kultur des Gastgeberlandes.

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Die Priester-EM wird seit 2003 jedes Jahr in einem anderen Land ausgetragen. Der Idee nach soll diese Geistliche aus ganz Europa im Glauben und in der Liebe zum Sport vereinen und dazu beitragen, “das positive Bild der katholischen Kirche zu stärken” und den Austausch über pastorale Erfahrungen von Geistlichen zu fördern.

Kirche mal anders

Das Interesse am fußballerischen Auftritt der kickenden Geistlichen sei heuer sehr groß gewesen. So wurde auch Pfarrer Virgiliu persönlich nach Medienberichten rund um das Turnier des Öfteren auf sein liebstes Hobby angesprochen. “Das Interesse freut uns natürlich und die Menschen haben die Möglichkeit, eine andere Seite der Kirche kennenzulernen.”

Priester-Fußball-EM
Gemeinsam wurden mehrere Gottesdienste gefeiert.

Für Österreich traten beim Turnier unter dem Motto “Den Ball am Fuß, im Herz Vertrauen” Priester aus fast allen Bundesländern an, hier wirkende Geistliche aus mehreren Nationen, mit einem Altersunterschied von rund 35 Jahren, Diözesan- und Weltpriester. Gespielt wurde Futsal, eine Variante des Hallenfußballs ohne Bande.

Nächstes Turnier in Polen

Polen setzte sich im Finale gegen die Slowakei durch, Kroatien belegte Platz drei vor Ungarn. Im Jahr 2026 wird das Turnier in Polen ausgetragen. “Wenn es hinsichtlich Vertretung möglich ist und meine Kollegen mich brauchen, werde ich natürlich gerne wieder mit dabei sein”, sagt Lauterachs Pfarrer Virgiliu.