Wie geht es mit der Nahwärme Weidach weiter? “Wir hoffen auf eine rasche Klärung der Sachlage”

Nach dem Wegfall der Bundesförderungen ist vieles unklar.
Bregenz, Wolfurt Im Sommer 2024 ist auf dem Betriebsgelände der illwerke vkw in Bregenz der Baustart für die Nahwärme Weidach erfolgt. Sechs von zwölf Baulosen sind bereits abgeschlossen. Vor wenigen Tagen wurde mit der Leitungsverlegung im Zehenderweg begonnen. Der Rad- und Fußweg in Bregenz-Weidach ist deswegen zehn Wochen lang gesperrt (die VN berichteten).

In der ersten Ausbaustufe werden rund 30 Millionen Euro in das Vorhaben investiert. Neben der Wärme, die im Biomasseheizwerk erzeugt wird, soll auch die Abwärme von umliegenden Industriebetrieben in das Nahwärmenetz eingespeist werden. Geplant ist, dass in den nächsten Jahren insgesamt rund 500 Objekte in Bregenz und Wolfurt angeschlossen werden und schrittweise eine Wärmeliefermenge von 30 Millionen Kilowattstunden pro Jahr erreicht wird. Derzeit gibt es allerdings ein Problem: Die Aktion „Raus aus Öl und Gas“, die bis 2027 hätte laufen sollen, wurde kurz vor Weihnachten vorzeitig beendet. Wie es weitergeht, ist unklar. Bislang wurde der Heizungstausch vom Bund mit bis zu 75 Prozent der Kosten gefördert und konnte mit der Landesförderung kombiniert werden. „Die zur Verfügung stehenden Fördermittel wurden ausgeschöpft. Eine neue Registrierung bzw. Antragstellung ist daher derzeit nicht möglich. Über eine Fortsetzung wird eine neue Bundesregierung entscheiden“, schreibt die Kommunalkredit Public Consulting auf ihrer Homepage.

Fix scheint bislang nur: Wer bereits erfolgreich registriert ist, hat ab dem Zeitpunkt der Registrierung zwölf Monate Zeit, die Maßnahme durchzuführen und den Antrag einzureichen. Doch reicht diese Frist überhaupt? Die Fertigstellung der Ausbaustufe 1 ist laut illwerke vkw Ende des Jahres 2025 geplant, die Fertigstellung des gesamten Netzes im Jahr 2028. „Selbstverständlich würden wir uns aus Sicht der Nahwärme Weidach eine andere Situation und eine gesicherte Fortführung der Förderung wünschen. Mit allen Kunden, die sich bereits für einen Anschluss entschieden haben, sind wir in engem Kontakt“, sagt illwerke-vkw-Sprecher Andreas Neuhauser. Derzeit können lediglich die Landesförderungen in Anspruch genommen werden. Ob dadurch mit weniger Anschlüssen an das Nahwärmenetz gerechnet wird? „Wir hoffen auf eine rasche Klärung der Sachlage“, betont Neuhauser.