Trafik-Räuberinnen zu Haftstrafen verurteilt

Vorarlberg / 30.01.2025 • 15:25 Uhr
Kioskräuberinnen vor Gericht
Die zwei Frauen mussten sich vor Gericht verteidigen. EC

Die Rechnung mit „falscher Geisel“ ging nicht auf, statt Beute gibt es nun Gefängnis.

Feldkirch Am 15.November wird in Hohenems eine Trafik überfallen. Untertags gegen 15.45 Uhr kommt eine 36-Jährige schwankend in das Geschäft. Drinnen ist ihre Komplizin, eine 40-jährige Bekannte. Beide sind schwer drogenabhängig und hatten eine wilde Mischung aus Kokain, Gras und Benzodiazepinen intus. Beide Frauen, die Ältere ist gelernte Kauffrau, die andere arbeitete in der Gastronomie und verdiente 2000 Euro netto pro Monat. Die zwei Räuberinnen kommen seit Langem nicht von Heroin, Kokain und sonstigen verbotenen Substanzen weg. Da sie an jenem Tag weiter konsumieren wollten, machten sie sich auf den Weg nach Hohenems um „Nachschub“ zu besorgen. Da sie kein Geld mehr besaßen, kam ihnen die Idee mit der Trafik.

Prozess statt Party

Die 40-Jährige hat heute Geburtstag, doch statt einer Feier, muss sie sich wegen versuchten schweren Raubes vor Gericht verantworten. Bei dem Überfall, der auf dem Video mehr an einen Sketch als an einen Raub erinnert, hat die eine ein Multifunktionsmesser aufgeklappt und hält es der Komplizin, der vermeintlichen Geisel, an den Hals. Beide Frauen sind vorbestraft. Die Jüngere dreimal einschlägig, die Ältere sogar mit vier Vorstrafen. Eine der beiden zerriss bei der Polizei noch eine Decke und beging einen Betrug.

Kioskräuberinnen vor Gericht
Die Frauen zeigten sich geständig. EC

Geistesgegenwärtig

Die 41-jährige Trafikantin glaubte erst an einen Scherz, weil den beiden Frauen deutlich anzumerken war, dass sie entweder reichlich getrunken oder Drogen konsumiert hatten. Die eine hatte einen Schal und eine Sonnenbrille, um sich zu maskieren. Das Opfer zückte geistesgegenwärtig den Pfefferspray. Obwohl die Überfallene den Spray nur herzeigte und nicht einmal sprühte, rannten die beiden Täterinnen sofort davon. Die Forderung „Beutel füllen, Hände hoch“, war ganz schnell vergessen. Vor Richter Marco Mazzia entschuldigen sich beide Frauen bei dem Opfer. „Ich weiß nicht, was mit uns los war, wir waren einfach voll unter Drogen“, so die eine.

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Strafe unumgänglich

Seit 15. November sind die beiden, die rasch geschnappt wurden, in U-Haft. Wegen versuchten schweren Raubes erhält die Erstangeklagte drei Jahre Haft, die Zweitangeklagte zwei Jahre. In der Begründung wird betont, dass die Tat äußerst dilettantisch und im Drogenrausch begangen wurde. Von der Strafhöhe ist den beiden Drogenabhängigen die Möglichkeit „Therapie statt Strafe“ nicht verwehrt, das Urteil ist rechtskräftig.