So setzt Vorarlberg ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Vorarlberg / 27.11.2024 • 11:35 Uhr
Das Rathaus in Lustenau erstrahlt dieser Tage orange. VN/Steurer

“Orange the world”: In Vorarlberg erstrahlen Gebäude in Orange, um auf Gewalt an Frauen aufmerksam zu machen.

Schwarzach Die internationale Kampagne „Orange the World“ setzt auch in Vorarlberg ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Vom 25. November bis zum 10. Dezember, den 16 Tagen gegen Gewalt, erstrahlen zahlreiche Gebäude – darunter die Schattenburg in Feldkirch, das Jüdische Museum Hohenems und das Landeskrankenhaus Bregenz – in oranger Farbe. Diese Aktion ist Teil einer weltweiten Initiative, die Aufmerksamkeit auf ein alarmierendes Problem lenken soll: Laut Statistik Austria hat jede dritte Frau in Österreich seit ihrem 15. Lebensjahr körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt.

Orange the World „Betonporsche“ von Gottfried Bechtold zum sichtbaren Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen
Auch der Betonporsche vor der Hypo Vorarlberg Zentrale hat eine orange Hülle erhalten, die von der Bank gemeinsam mit Vertreterinnen des Soroptimist International Club Bregenz/Rheintal angebracht wurde, um auf das Thema aufmerksam zu machen. VN/Paulitsch

“Besonders erschreckend: 16,4 Prozent wurden in einer intimen Partnerschaft Opfer solcher Übergriffe. Diese Zahlen sind keine statistischen Daten – sie stehen für Schicksale”, sagt Stefania Pitscheider Soraperra, die Leiterin des Frauenmuseums Hittisau. “Die 16 Tage sind ein Aufruf an uns alle, nicht wegzuschauen und uns aktiv für Veränderung einzusetzen.”

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Schloss Wolfurt. VN/Steurer

Auch Vorarlberg setzt mit vielen Veranstaltungen Zeichen gegen Gewalt gegen Frauen. Mit dabei sind viele Organisationen, das Land Vorarlberg, die Caritas Vorarlberg und das Frauenmuseum Hittisau.

Das Land Vorarlberg beteiligt sich unter anderem mit der Ausstellung „SIOLENCE – Gewalt als zeitlose Unkunst“ im Landhaus, die in Kooperation mit den Soroptimist International Clubs Bregenz/Rheintal, Dornbirn und Feldkirch Montfort realisiert wird. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie eine Gesellschaft gemeinsam Verantwortung übernehmen und aktiv gegen Gewalt vorgehen kann. Das Team vom Caritas WirkRaum in Dornbirn beteiligt sich mit einer vielseitigen Veranstaltungsreihe an der Kampagne: Auf dem Programm stehen ein Vortrag zum Thema „Sucht & Gewalt“, kreative Workshops für Jugendliche sowie ein Pub Quiz zum Thema FeminisMUSS!

So setzt Vorarlberg ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Im Bregenzerwald haben sich unter anderem das Frauenmuseum Hittisau, das Gewaltschutzzentrum Vorarlberg, die ifs Frauenberatungsstelle bei sexueller Gewalt, das Kulturbüro der Regio Bregenzerwald sowie der Familienverband Vorarlberg und die Initiative „Der Bregenzerwald lässt kein Kind zurück“ zusammengetan. Sie wollen mit kreativen Aktionen und sichtbaren Zeichen auf das Thema Gewalt an Frauen aufmerksam machen. Alle Briefe, die von Bregenzerwälder Gemeinden versendet werden, erhalten einen orangen Sticker. In öffentlichen Gebäuden und Bibliotheken werden orange Warnleuchten aufgestellt.


In rund 100 Sparmärkten weisen Plakate auf die „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ hin. Zusätzlich bilden die Kassabons zwei Wochen Hilfsangebote für Frauen und zwei Wochen Hilfsangebote zur Gewaltprävention ab.

Hilfsangebote und Unterstützung

Gewaltschutzzentrum Vorarlberg: +43 5 1755-535, www.gewaltschutzzentrum.at/vorarlberg
ifs Frauenberatungsstelle bei sexueller Gewalt: +43 5 1755 -536, www.ifs.at ​​​​​​​
ifs FrauennotWohnung: +43 5 1755-577, www.ifs.at ​​​​​​​
ifs Gewaltberatung: +43 5 1755-515, www.ifs.at ​​​​​​​
Frauenhelpline: 0800 222 555, www.frauenhelpline.at  
Männernotruf (Anlaufstelle für Männer in Konfliktsituationen): 0800 246 247 www.maennernotruf.at ​​​​​​​

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