Das sind Vorarlbergs Spitzenreiter in Sachen Klimaschutz

Vorarlberg / 17.10.2024 • 21:00 Uhr
e5-Gemeinden
Das Biomasse-Heizkraftwerk in Nenzing wurde in kürzester Planungs- und Bauzeit realisiert. Das Projekt vorangetrieben hat e5-Teamleiter und Vizebürgermeister Herbert Greussing (l.). Energieinstitut/Hofmeister

Zwölf Vorarlberger Gemeinden wurden für ihre innovativen Projekte ausgezeichnet.

Dornbirn Die e5-Gemeinden in Vorarlberg setzen seit vielen Jahren auf nachhaltige Energiepolitik und Klimaschutzmaßnahmen. Ein Paradebeispiel ist die Gemeinde Nenzing, wo unter der Leitung von Vizebürgermeister und e5-Teamleiter Herbert Greussing zahlreiche innovative Projekte umgesetzt werden. „Wir haben die Verantwortung, nachhaltige Lösungen zu entwickeln, die nicht nur heute, sondern auch in Zukunft wirken“, sagt Greussing. Er sieht den Klimaschutz als eine Aufgabe, die nur gemeinsam mit der Bevölkerung bewältigt werden kann. „Es ist wichtig, als Team zusammenzuarbeiten, um gemeinsam eine klimafreundliche Gemeinde mitzugestalten, die auch zukünftigen Generationen ein lebenswertes Zuhause bietet.“

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Nenzing ist in diesem Jahr mit einem Auditergebnis von 72 Prozent die bestbewertete e5-Gemeinde, die mit zahlreichen Vorzeigeprojekten punktet. Die Fernwärme Nenzing gilt als ein wichtiger Schritt in Richtung erneuerbarer Wärmeversorgung. Die Gemeindegebäude werden bereits vorwiegend mit Strom aus eigenen Wasserkraftwerken versorgt. Auch das Biomasse-Heizkraftwerk wurde in kürzester Planungs- und Bauzeit realisiert, um die Abhängigkeit von nicht erneuerbaren fossilen Energieträgern in der Raumwärme zu reduzieren und durch regionale Biomasse zu ersetzen.

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Bludenz schaffte es von 3 auf 4 e: Bludenz hat sich per Stadtratsbeschluss zu „MissionZero“ verpflichtet und will bis 2035 eine klimaneutrale Stadtverwaltung erreichen. Rusch

Im Rahmen des diesjährigen e5-Events, das am Donnerstagabend im Kulturhaus in Dornbirn stattfand, wurden insgesamt zwölf von 53 e5-Gemeinden für ihr außergewöhnliches Engagement und ihre innovativen Klimaschutzmaßnahmen ausgezeichnet. In diesem Jahr konnten drei Gemeinden – Bludenz, Hard und Nenzing – eine besonders hohe Wertung von „4e“ erreichen. Die Stadt Bludenz hat mit ihrem ambitionierten Klimaschutz den Sprung von “3e” auf “4e” geschafft. Die Alpenstadt nutzt bereits seit vielen Jahren die Abwärme der Industrie zur Energiegewinnung, zum Beispiel von der Textilfirma Getzner, um städtische Gebäude über ein Nahwärmenetz zu versorgen. Auch große Stromverbraucher, wie das Freizeitresort Val Blu, sind angeschlossen.

Neue Mitglieder im e5-Programm

Satteins, Klaus und Bezau wurden erstmals im Rahmen des e5-Programms zertifiziert. Während Satteins und Klaus jeweils mit „2e“ bewertet wurden, schaffte Bezau mit Projekten wie der Einführung von Pflanzenkohle und der Teilnahme am Label „Radfreundliche Gemeinde“ den Einstieg mit „3e“. Auch der räumliche Entwicklungsplan (REP) mit Bürgerbeteiligung trug zum Erfolg bei. Lochau und Brand halten ihre “2e”. Schwarzach, Koblach, Gaißau verbleiben mit “3e”. Hard konnte ihre “4e” verteidigen. Krumbach musste ein “e” abgeben und kommt nun auf “3” e. Bis heute haben nur zwölf von insgesamt 50 Vorarlberger e5-Gemeinden die Höchstwertung von fünf „e“ und damit den European Energy Award in Gold erreicht.

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Bezau wurde erstmals zertifiziert. Die Volksschule wurde neu gebaut.

Das e5-Programm ist laut Gregor Sellner, e5-Programmleiter im Energieinstitut Vorarlberg, kein kurzfristiger Trend, sondern eine nachhaltige Strategie für Gemeinden, die weit über parteipolitische Interessen hinausgeht. “Es befähigt Kommunen, langfristig und systematisch an ihrer Energieeffizienz und ihrem Klimaschutz zu arbeiten und schafft dauerhafte Strukturen für eine zukunftsfähige Entwicklung in den Gemeinden.” Für Landesrat Daniel Zadra sind die e5-Gemeinden unverzichtbare Partner bei der Umsetzung der landesweiten Energieautonomie-Strategie. “Sie sind nicht nur Vorbilder für nachhaltiges Handeln, durch ihr langfristiges Engagement in Bereichen wie klimaneutrale Verwaltung, dem Ausbau erneuerbarer Energien oder der umweltfreundlichen Mobilität treiben sie die Energiewende aktiv voran – und inspirieren auch andere Kommunen, diesen Weg einzuschlagen”.

Energieinstitut Vorarlberg, Portrait, MA, Dornbirn
“Das e5-Programm befähigt Kommunen, langfristig und systematisch an ihrer Energieeffizienz und ihrem Klimaschutz zu arbeiten”, sagt Gregor Sellner vom Energieinstitut Vorarlberg. Markus Gmeiner