Ein Schulstart im Doppelpack

Vorarlberg / 06.09.2024 • 12:58 Uhr
Erstklässler – Vorbereitungen auf den neuen Lebensabschnitt, Bilder von den Zwillingen Greta und Clara mit Schulsachen usw. machen – evtl. auch mit Mama, Papa
Die Schwestern sind startklar für die erste Klasse. VN/Steurer (3)

Für über 5000 Vorarlberger Erstklässler beginnt am Montag ein neuer Lebensabschnitt. Darunter auch für die Zwillinge Clara und Greta, auf die der Unterricht in einem neuen Volksschulgebäude wartet.

Au Dasselbe Grinsen. Dieselbe Freude im Hinblick auf den 9. September 2024. Denn dann steht für die Zwillinge Clara und Greta (6) aus Au genauso wie für über 5000 weitere Erstklässler im Land der erste Schultag auf dem Programm. Die beiden jungen Bregenzerwälderinnen haben zwar einiges gemeinsam, in den neuen Lebensabschnitt starten sie aber doch individuell. Beispielsweise, wenn es um die Ausrüstung geht.

Erstklässler – Vorbereitungen auf den neuen Lebensabschnitt, Bilder von den Zwillingen Greta und Clara mit Schulsachen usw. machen – evtl. auch mit Mama, Papa
Für die Familie Natter beginnt am Montag mit dem Schulstart ein neuer Lebensabschnitt.

Während Claras Schultasche Ballerina-Motive zieren, sind es bei jener ihrer Schwester Greta Pferde und ein etwas rötlicheren Pink-Ton bei der Farbauswahl. Auch Turnsäcke und Hausschuhe, die sie ebenfalls mit stolz herzeigen, sind in den jeweils dazu passenden Tönen gehalten.

Von der Schultüte zum Kissen

Während sich Clara schon sehr auf das Werken in der Schule freut, ist sich Greta noch nicht ganz sicher. Doch Malen steht jedenfalls hoch im Kurs. Geht es allerdings um den Inhalt ihrer Schultüten, die für viele Familien inzwischen zur Standardausrüstung zum Schulanfang gehören, sind sich die beiden wiederum ziemlich einig und die Vorfreude genauso groß. Verraten wird über den Inhalt naturgemäß aber noch nichts Genaueres. “Das ist eine Überraschung für Montag”, sagt Mama Veronika und lächelt. Was schon offiziell ist: Die Schultüten-Unikate, die eine Freundin genäht hat, werden eine zweite Verwendung als Kissen finden.

So wie die Zwillinge, blicken auch schon die Eltern dem kommenden Montag mit einer Mischung aus Vorfreude und Spannung entgegen. “Gerade sind sie zur Welt gekommen und jetzt geht es schon in die Schule. Das ist so schnell gegangen”, sagt Däta Stefan.

Neues Schulgebäude

Clara und Greta wissen schon genau, wohin sie der Schulweg führen wird und kennen diesen gut. Zum Einen befindet sich der Kindergarten neben der Volksschule. Zum Anderen hat die Familie das im November neu eröffnete Gebäude von ihrem Daheim aus im Blick.

Auf dem Weg zur Schule und in die Selbstständigkeit gilt es für die Kinder die stark befahrene L 200 Bregenzerwaldstraße zu überqueren. Glücklicherweise gebe es nach dem Tunnel bzw. vor dem Übergang einen Radarkasten, um so manchen, der es mit den Tempobeschränkungen nicht so genau nimmt, zu bremsen, sagt die Mama. Auch Polizisten seien immer wieder zur Schulwegsicherung vor Ort. Zudem würden sich die Zwillinge mit älteren Nachbarskindern zusammentun und gemeinsam auf den Weg machen. “Den Kindern tut es gut, wenn sie zu Fuß gehen und eigenständig sind”, ist sich auch der Papa sicher.

Erwachsene bzw. Autofahrer aufgepassT! Tipps des Kuratoriums für Verkehrssicherheit zum Schulstart

Querung: Kindern immer eine sichere Querung der Straße ermöglichen. Der „unsichtbare Schutzweg“ gilt immer und überall, auch in Begleitung von Erwachsenen. Kindern genug Zeit geben, um die Straße in Ruhe zu überqueren.

Fahrverhalten: Langsamer und bremsbereit fahren, wenn Kinder im Bereich der Straße gesehen werden – insbesondere um Schulen, Kindergärten, Sport- und Spielplätze sowie Haltestellen von Schulbussen und anderen öffentlichen Verkehrsmitteln. Besonders zu Schulbeginn zwischen 7 und 8 Uhr sollte vermehrt mit Schülern gerechnet werden.

Zebrastreifen und Blickkontakt: Vor Zebrastreifen immer vollständig anhalten, wenn ein Kind die Straße überqueren möchte. Kinder lernen in der Verkehrserziehung, den Zebrastreifen erst zu überqueren, wenn ein Fahrzeug steht. Auch Blickkontakt zum Kind aufnehmen.

Auch auf Schüler achten, die Rad oder Micro Scooter fahren, und genügend Abstand halten.

Abstand: Der Vertrauensgrundsatz ist nicht auf Kinder anwendbar. Beachten, dass Kinder Entfernungen noch nicht richtig einschätzen können und leicht ablenkbar sind. Ausreichend Abstand zu Kindern halten.

Bewegungsdrang: Nach dem Schultag macht Laufen doppelt Spaß. Besonders heikel: Kinder können Handlungsabläufe – etwa das Nachlaufen hinter einem Ball oder Hinlaufen zu einem Hund – nur schwer bewusst abbrechen.

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“Denk dran – Schulanfang!” – Tausende Kinder machen sich jetzt wieder auf in Richtung ihrer Bildungsstätten und in die Selbständigkeit.

Andere Perspektive: Kinder können nicht über Autodächer hinwegschauen, bemerken herankommende Fahrzeuge somit später als Erwachsene und werden auch selbst von Lenkern später wahrgenommen. Daher besonders in Bereichen, wo Kinder unterwegs sein können (z.B. um Schulen, Kindergärten, Spielplätze etc.) aufmerksam fahren.

Wenn möglich Elterntaxis vermeiden: Denn das verdichtet den Verkehr, was wiederum gefährliche, und insbesondere auch für Kinder unübersichtliche Situationen auslösen kann. Und Kindern können so auch nicht die Teilnahme am Straßenverkehr üben.

Vorbildwirkung: Kinder nehmen das Verhalten von Erwachsenen als richtig an. Tipps: Weitere wertvolle Tipps und Unterstützung beim Schulwegtraining sind auch im kostenlosen Eltern-Handbuch „Role Model“ auf der Website des KfV zu finden.

Im Lauf des vergangenen Kindergartenjahrs durften die künftigen Erstklässler auch schon ein bisschen Volksschul-Luft schnuppern und ältere Kinder zum Unterricht begleiten. “Wir haben ein Lesezeichen gebastelt”, erzählt Greta. Auch ihre Schultaschen durften sie schon zum Herzeigen mit in den Kindergarten nehmen.

Die Zwillinge sind startklar und die Schultasche schon längst gepackt. Am Montag bleibt diese allerdings noch zuhause und es geht zunächst in den Eröffnungsgottesdienst und danach zum Kennenlernen Richtung Schule.