Wolf im Bregenzerwald geschossen: Hier wurde der Wolf erlegt

Vor einem Tag wurde die Jagd erweitert, nun ist sie abgeblasen. Nun muss sich zeigen, dass der richtige Wolf erlegt wurde.
Bregenz Kein Tag nach Bekanntgabe, dass nun auch im Mellental der Problemwolf bejagt werden soll, meldet das Land bereits den Abschuss eines Wolfs. “Der Wolf ist bei gutem Licht und aus guter Schussdistanz schmerzfrei letal entnommen worden”, versichert Wildökologe Hubert Schatz. Die Verordnung, die die Entnahme des Wolfs erlaubte, werde damit wieder aufgehoben.
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In den vergangenen Tagen kam es auf einer Alpe im hinteren Mellental im Bregenzerwald wiederholt zu Wolfsangriffen. Zwei Jungrinder wurden gerissen, ein Kalb verletzt. Weiters stürzte ein Rind auf der Flucht ab und konnte nur noch tot aufgefunden werden. Bereits Ende Juli erfolgte ein Wolfsangriff auf ein trächtiges Rind in Bezau-Schönenbach, der einige Tage später zu einer Totgeburt führte. Das trächtige Rind musste infolge seiner Verletzungen eingeschläfert werden. Die Jagd auf Rinder ist für einen Wolf höchst ungewöhnlich, da es sich um eine wehrfähige und herausfordernde Beute handelt. Durch dieses Verhalten, die große Zahl der potenziell bedrohten Alpflächen und dort gehaltenen Tierbestände und der kaum umsetzbare Schutz aller Alptiere rechtfertigte laut Schatz die Entnahme des Wolfs.
Entnahme nahe der Kanisfluh
Ursprünglich schätzte man die Chancen auf eine erfolgreiche Entnahme, sprich Abschuss, als recht gering ein. Geschossen wurde der Wolf in den frühen Morgenstunden des Mittwochs. So sei der Wolf im ursprünglich verordneten Entnahmegebiet rund um der Mittagsfluh und der Kanisfluh erlegt worden, jedoch in räumlicher Nähe zu den jüngsten Vorkommnissen. Und auch die Tübinger Touristen Ralph und Malte Härle sahen den Wolf wenige Minuten vor der Entnahmen nahe dem Gipfel am Südhang der Kanisfluh – wie auch die nach ihm Ausschau haltenden Jäger.
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Für die Wildgebiete 1.3b, 1.4 und 1.5b wurde mit 26. Juli die Entnahme verordnet. Diese treffen bei der Kanisfluh aufeinander und bilden etwa ein Viereckt zwischen der Lustenauer Hütte südlich des Hochälpelekopfs, dem Krähenberg an der Grenze zu Deutschland, Schröcken und dem Nordhang der Sünser Spitze. Hier hinein fällt auch das vordere Mellental bei Mellau. Da jedoch die Risse im Gemeindegebiet von Dornbirn rund um das Sünser Joch südlich der Sünser Spitze im Wildgebiet 1.3a geschahen, wurde die Maßnahmeverordnung für die Entnahme mit Dienstag erweitert.
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Der Wolfskadaver sei zur Untersuchung in ein Genetik-Labor unterwegs. Dies soll einerseits seine Herkunft und sein Alter feststellen, andererseits seine Beteiligung an den Wolfsrissen nachweisen. “Bis die Ergebnisse vorliegen, dauert es schon zwei bis drei Wochen”, dämpft Schatz die Erwartung eines schnellen Nachweises.
Politik zufrieden
“Unsere Wolfsmanagementverordnung und insbesondere die Mithilfe der Jägerschaft hat dieses schnelle und konsequente Handeln ermöglicht. Wir sind auf dem richtigen Weg”, betont Landesrat Christian Gantner. Eine funktionierende Alpwirtschaft und Tourismus sei in Vorarlberg mit dem Wolf nicht vereinbar, ist er überzeugt. Dem gegenüber steht das EU-Recht. So entschied der EuGH, dass in Österreich Wolfsentnahmen nur möglich wären, gäbe es einen gesunden Wolfsbestand – sowohl im betroffenen Bundesland als auch in Österreich und dem Umland insgesamt. Das Gericht erinnert auch daran, dass Österreich nichts unternimmt, um auf EU-Ebene den Schutzstatus des Wolfs aufzulockern.
