Roßstellen-Wirt übernimmt traditionsreiches Gasthaus Adler auf der Fluh

Der traditionsreiche Gasthof Adler auf der Fluh wird unter neuer Leitung wiedereröffnet. Was die neuen Pläne beinhalten und wer hinter dem Projekt steckt.
Darum geht’s:
- Traditionsgasthaus Adler in Bregenz wird von Fluhture GmbH übernommen
- Diethelm Simma wird neuer Wirt, plant gutbürgerliche Küche
- Adler soll als Gasthaus und multifunktionaler Treffpunkt dienen
Bregenz Der traditionsreiche Gasthof Adler auf der Fluh in Bregenz schließt ein weiteres Kapitel seiner bewegten Geschichte ab und öffnet gleichzeitig ein neues. Seit rund 300 Jahren wird der Gasthof in dem beliebten Ausflugsziel als klassisches Dorfgasthaus betrieben und gehört damit zu den ältesten Vorarlbergs. Bereits zweimal fiel das Gebäude den Flammen zum Opfer: 1866 durch Blitzschlag und am 2. Januar 1914 zu Neujahr. Doch jedes Mal wurde es mit Entschlossenheit und Hingabe wieder aufgebaut – und damit einen Ort, der sowohl für Sommergäste als auch für die 350 Einwohner von Fluh unersetzlich war.

Zuletzt sperrte das Lokal nur noch sporadisch auf, nachdem es sich für die bisherigen Pächter Alexander Trinker und Katharina Senamaud trotz harter Arbeit nicht mehr rechnete. Ihr Pachtvertrag lief mit Ende Juni aus. Jetzt übernimmt die Fluhture GmbH die Pacht des traditionsreichen Gasthauses, das seit 1992 der Stadt Bregenz gehört. Dahinter stehen die Gesellschafter Felix Sieber und Marco Schmitz, die sich einig sind: Fluh braucht ein Gasthaus. „Es ist wichtig für die Dorfgemeinschaft. Vereine und die lokale Bevölkerung sollen hier weiterhin einen zentralen Treffpunkt haben“, betont Sieber, der sich selbst als Ur-Fluher bezeichnet und hauptberuflich Landwirt ist.

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Diethelm Simma ist gemeinsam mit seiner Frau Marioara und seiner Tochter Alexandra der neue Wirt des Gasthofs. „Ich gehe sehr gerne mit Gästen um. Für mich ist der Umgang mit den Leuten das Schönste an der Gastronomie“, sagt Simma, der zuvor den Alphof Roßstelle in Mellau – der nach wie vor zum Verkauf steht – betrieben hat. Mit dem Adler wollen die Gastronomen weiterhin einen Treffpunkt für Wanderer und Einheimische bieten. “Die Speisekarte wird bürgerliche Küche mit lokalen Spezialitäten bieten”, gewährt der 62-Jährige bereits einen Einblick in das Lokal.

Dabei soll das Haus nicht nur als klassisches Dorfgasthaus dienen, sondern auch als ein Ort, der Heimat, Arbeit und Freizeit vereint, erklären Felix Sieber und Marco Schmitz. “Wir haben uns von Anfang an Gedanken darüber gemacht, was man am Adler anders machen kann, damit er besser läuft“, erklärt Felix Sieber. Dabei verfolgen Schmitz und Sieber das Konzept des sogenannten Dritten Orts. Nach der Definition des amerikanischen Soziologen Ray Oldenburg handelt es sich dabei um einen multifunktionalen Treffpunkt außerhalb des rein familiären und beruflichen Bereichs.


Statt wie bisher sollen dafür im ersten und zweiten Stock nicht Gästezimmer bewirtet, sondern Coworking-Flächen betrieben werden. „Wir wissen, dass es in Bregenz eine extreme Nachfrage nach günstigem Büroraum gibt, der im Moment nicht befriedigt wird. Wir wollen mit den Coworking-Flächen eine Verbindung zwischen ländlichem und urbanem Bereich schaffen“, erläutert Schmitz. Es gebe außerdem bereits Anfragen, ob auch Räumlichkeiten für Nachmittagsbetreuung möglich wäre.

Derzeit laufen die Arbeiten auf Hochtouren, damit das altehrwürdige Haus auch netzwerktechnisch auf den neuesten Stand gebracht wird. Läuft alles nach Plan, sollen das Gasthaus im Erdgeschoss bereits ab August öffnen, die Arbeitsbereiche in den oberen Etagen ab Mitte August. Die 300-jährige Geschichte des Adlers wird mit dem neuen Konzept um ein Kapitel reicher.