Silvretta-Hochalpenstraße bleibt bis Herbst zu: “Das Gebiet wurde weiträumig abgesperrt”

Vorarlberg / 15.07.2024 • 18:08 Uhr
Mure Silvretta Hochalpenstrasse
Die Silvretta-Hochalpenstraße wurde am Wochenende verschüttet. illwerke vkw

Nach zwei Felsrutschungen versperren Geröll und Dreck die Ausflugsstraße auf die Bielerhöhe.

Gaschurn Die Luftaufnahmen veranschaulichen das Ausmaß zweier Felsrutschungen im Bereich der Silvretta-Hochalpenstraße auf eindrückliche Weise. Die Straße ist auf einer Länge von etwa 135 Metern verschüttet. Die Erdmassen sind etwa drei bis vier Meter hoch. “Nach ersten Schätzungen sind 40.000 bis 60.000 Kubikmeter Geröll, Erde und Gestein heruntergekommen”, teilt Illwerke-vkw-Sprecher Christof Burtscher für den Straßenerhalter auf VN-Anfrage mit. Das Gebiet sei weiträumig abgesperrt worden. Nun steht der Bereich unter Beobachtung und es werden verschiedene Sicherungsmaßnahmen getroffen. “Die Arbeiten dürften sich aber auf jeden Fall bis in den Herbst ziehen”, vermutet Burtscher.

Mure Silvretta Hochalpenstrasse
Diese Aufnahme zeigt das Ausmaß des Erdrutsches vom Wochenende im Bereich der Kehren 13 und 14. Illwerke vkw

Die Straße war am Freitag nach einem Felssturz im Bereich der Kehre 14 der mautpflichtigen Pass-Straße auf der Vorarlberger Seite gesperrt worden. “Es wurde sogleich ein Geologe über die Bewegung informiert und es wurde schnell reagiert”, erläutert Burtscher die Vorgehensweise.

Illwerke-Vkw-Sprecher Burtscher: Keine Zeichen für zweiten Bonus. vkw
Illwerke-Vkw-Sprecher Burtscher: “Die Straße wird wohl bis Herbst gesperrt sein.”

Beim ersten Rutsch seien etwa 1000 Kubikmeter Geröll in Bewegung geraten. “Es war zu dieser Zeit niemand auf der Straße unterwegs und es wurde niemand verletzt.” Der Geologe habe vermutet, dass aufgrund der Wettersituation bzw. des starken Regens noch ein weiterer Rutsch folgen würde. Dieser ging dann Samstagfrüh nieder.

Mure Silvretta Hochalpenstrasse
Die Erdmassen hatten sich auf 1960 Metern Seehöhe gelöst. Illwerke vkw

Die Erdmassen hatten sich demnach auf 1960 Metern Seehöhe gelöst und erstreckten sich schließlich bis auf 1390 Meter Seehöhe unterhalb der Fahrbahn. Bei den Rutschungen habe sich um ein punktuelles Ereignis aufgrund einer Zerklüftung gehandelt, erläutert Burtscher. Diese sei auf den milden Winter und die jüngsten Extremwetter-Ereignisse zurückführen.

Felssturz
So sah das Gebiet nach dem Felssturz am Freitag aus. illwerke vkw

Nun gelte es, das Gebiet zu sichern. “Dies wird in Abstimmung mit internen und externen Geologen gemacht”, berichtet Burtscher weiters. Auch engmaschige Kontrollen mit Messeinrichtungen würden durchgeführt.

Felssturz Silvretta Hochalpenstraße, Sperre
Seit Freitag ist die Silvretta Hochalpenstraße gesperrt. Schad

Die 22,3 Kilometer lange Silvretta-Hochalpenstraße ist besonders bei Ausflüglern beliebt. Sie schlängelt sich in 34 Kehren durch hochalpines Gelände mit der Bielerhöhe als höchstem Punkt. Die Wintersperre der Verbindung von Partenen bis nach Galtür ist erst am 15. Juni zu Ende gegangen. Von Tiroler Seite aus sei die Bielerhöhe wie gewohnt erreichbar, so Burtscher. Die Vorarlberger Seite bleibt voraussichtlich bis Herbst gesperrt.

Silvretta Hochalpenstrasse

Die Mautstraße führt 22,3 km von Partenen im Montafon (1051 Meter) in 34 Kehren über die auf 2032 m hoch gelegene Bielerhöhe bis nach Galtür (1584 Meter) im Paznauntal.

Die Bielerhöhe ist ein beliebter Ausgangspunkt zahlreicher Wanderungen und Touren.