Warum Familie Burtscher aus Wolfurt in einem Generationenhaus lebt

Das Wohnen mehrerer Generationen unter einem Dach wird immer beliebter. Ein Beispiel aus Wolfurt.
Wolfurt Veronika und Werner Burtscher aus Wolfurt haben sich den Traum vom Generationenhaus verwirklicht. Vor 40 Jahren wurde das Gebäude in der idyllischen Gegend oberhalb des Doppelmayr-Zoos errichtet. “Es wurde sehr zukunftsweisend gebaut, auch was die Energieversorgung anbelangt. Wir hatten schon damals eine Luftwärmepumpe”, berichtet Veronika Burtscher. Mit dem Erwachsenwerden der drei Kinder stellte sich für die Eltern die Frage, wie sie diese auf dem Weg zum eigenen Wohnraum helfen können. “Uns war schnell klar, dass uns das Haus alleine zu groß wäre.” Daraus entstanden ist die Idee eines Generationenhauses. “Unsere Kinder hatten keine Bestrebungen, von hier wegzuziehen.”

Über zwei Jahre plante das Ehepaar zusammen mit ihren Kindern, ob und wie sich ihre Interessen, die Shiatsu-Praxis von Werner Burtscher und Wohnraum für zwei oder gar drei Familien unter einen Hut bringen ließen. “Wir wollten nicht, dass es eine große WG wird, sondern, dass jeder sein Eigentum hat”, sagt Burtscher. “Konflikte haben wir vermieden, indem wir über alles gesprochen und auf alle Bedürfnisse so gut es ging eingegangen sind.”

Seit drei Jahren lebt das Ehepaar nun gemeinsam mit zwei Kindern im ausgebauten oberen Stock des Hauses, die älteste Tochter bewohnt das Untergeschoss mit Zugang zum Garten. Als Nächstes steht der Ausbau für die jüngste Tochter an. “Auch sie möchte gerne hierbleiben. Für uns ist es ein Gebäude, dass sich ständig weiterentwickelt”, freut sich Burtscher.

Zahlreiche Beratungsangebote erleichtern den Einstieg in die Sanierung. Das Energieinstitut und das Land Vorarlberg helfen unter anderem bei der Sanierungs-Vorberatung sowie der Energieberatung, bei der Fragen nach Energiestandards, Baumaterialwahl, Heizung und Haustechnik sowie Wohnbau- und Sanierungsförderung behandelt werden. “Gute Planung ist die halbe Miete bei der Sanierung”, sagt Martin Reis, Geschäftsführer des Energieinstituts Vorarlberg.

Der Bund unterstützt Sanierungsmaßnahmen mit Zuschüssen bis 42.000 Euro. “Wenn man die Sanierung mit einem Heizungstausch verbindet, können es bis zu 70.000 Euro sein”, weiß Reis. Vom Land Vorarlberg kann zwischen Zuschuss und Darlehen gewählt werden. Die Zuschüsse betragen im Ein- und Zweifamilienhaus bis zu 28.000 Euro.
Landesrat Daniel Zadra beschreibt das Generationenhaus-Projekt von Familie Burtscher als Vorzeigebeispiel, wie gute Sanierung gelingen kann. “Ein Drittel der globalen Treibhausgasemissionen stammt aus dem Gebäudesektor, und in Vorarlberg entfällt ein Drittel des Energiebedarfs auf das Beheizen von Wohnraum. Hier haben wir dringenden Handlungsbedarf, wenn es darum geht, die Klimaziele zu erreichen.” Das Sanieren von Wohnräumen mit klugem Einsatz von erneuerbaren Energien helfe, den Energiebedarf trotz steigender Bevölkerung zu reduzieren.