Werkraumschule macht Schule

Vorarlberg / 06.05.2024 • 10:50 Uhr
Werkraumschule
Direktor Mario Hammerer (l.) und Petra Raid von der Werkraumschule (2. v. r.) erläutern den Gästen aus dem Walgau (Nadine Neßler, Michael Greifeneder und Georg Geutze) die aktuellen Projektarbeiten der Wälder Werkraumschule. STP

Wälder Erfolgsmodell weckt Interesse im Walgau und anderen Bundesländern

Bezau In Kooperation mit den Wälder Handwerksbetrieben und dem Werkraum haben die Bezauer Wirtschaftsschulen 2016 ein Ausbildungsmodell entwickelt, dessen Erfolg inzwischen über die Talschaft hinaus Interesse geweckt hat. Ein Interesse, das zu Anfragen aus anderen Bundesländern führte und im Walgau bereits konkrete Form annimmt, denn dort startet mit dem Schuljahrs 2024/25 ein ähnliches Modell.

Starthilfe aus Bezau

„Wir freuen uns natürlich sehr, dass man über Vorarlberg hinaus auf unser Modell aufmerksam wird und es Anfragen von Regionen gibt, nach unserem Modell schulische Ausbildung mit Lehre vernetzen wollen“, fühlt sich Direktor Mario Hammerer geschmeichelt, denn „dieses Interesse bestätigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind“.

Werkraumschule
Klassenvorstand Florian Moser (l.) im Gespräch mit der Bludenzer Direktorin Margit Flecker und Daniel Unterrainer.

Konkret sind die Planungen im Walgau, wo mit Beginn des Schuljahres 2024/25 das gleiche Modell – drei Jahre Handelsschule plus drei Jahre Lehre, jeweils mit Abschluss, komprimiert auf fünf Jahre – gestartet wird. Dieser Tage war wieder eine Arbeitsgruppe aus dem Walgau in Bezau zu Gast, um „Starthilfe-Tipps“ zu sammeln, denn „das in Bezau entwickelte Ausbildungsmodell ist einzigartig und deshalb kann man sich nur in Bezau Informationen dazu holen“, betont Georg Geutze, Geschäftsführer der Wirtschaft im Walgau GmbH. In dieser wurden 2014 die drei Wirtschaftsgemeinschaften WIG Nenzing, WIGE Frastanz und die Handels- und Gewerbezunft Bürs mit den 14 Gemeinden Nenzing, Schlins, Bludesch, Thüringen, Ludesch, Frastanz, Satteins, Göfis, Röns, Düns, Dünserberg, Schnifis, Bürs und Nüziders zusammengefasst.

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„Grundsätzlich“, so Direktor Hammerer, „muss das Modell Werkraumschule den jeweiligen Strukturen angepasst werden, unser Modell kann nicht eins zu eins übernommen werden, Schule und Handwerksbetriebe müssen auf Besonderheiten ihrer Region Rücksicht nehmen.“

Ein wesentlicher Unterschied zwischen Bregenzerwald und Walgau: Im Wald gibt es seit 1999 den Verein Werkraum Bregenzerwald, der auch über ein eigenes Werkraumhaus verfügt und so personell wie räumlich Ressourcen beisteuert. Im Walgau fehlt ein solcher Verein, Organisatorisches bleibt deshalb mehr an der Bludenzer Schule „hängen“.

“Werkraum Handelsschule”

Mit ein Grund, weshalb sich das Walgauer Modell im Namen vom Bregenzerwald unterscheiden. „Wir haben uns dabei für die Bezeichnung ,Werkraum Handelsschule’ entschieden, auch um stärker zu betonen, dass dieses Ausbildungsmodell in den ersten drei Jahren als Handelsschule geführt wird“, erläutern Geutze und Projektleiterin Nadine Neßler seitens der Wirtschaft im Walgau und Michael Greifeneder für die HAK/HAS Bludenz.

Gemeinsam mehr erreichen

Direktor Mario Hammerer ist überzeugt, dass das adaptierte Wälder Modell auch im Walgau erfolgreich sein wird und verspricht sich von der zweiten Werkraumschule auch Unterstützung in Verhandlungen mit der Schulbehörde bzw. dem Ministerium, denn „im Grunde genommen funktioniert das Modell nur deshalb, weil ein paar Leute regelrecht dafür ,brennen‘, mit großem ehrenamtlichen Engagement dahinter stehen und manches sogar in ihrer Freizeit machen“, spricht Hammerer den Umstand an, dass für die Werkraumschule vieles – auch in finanziellen Belangen – gar nicht wirklich geregelt ist. „Vielleicht“, so der Bezauer Schulleiter, „finden wir bis ins Ministerium hinauf mehr Gehör für unsere Anliegen, wenn diese von zwei Schulen vorgebracht werden.“ STP