„Ihr gesamtes Hab und Gut ist in den Flammen verbrannt“

Vorarlberg / 25.04.2024 • 17:37 Uhr
Brandruine Kennelbach
Die Trümmer eines Lebens: Die Bewohner haben in den Flammen alles verloren. VN/Steurer

Nach dem Großbrand in Kennelbach gibt es erste Hinweise, wo das Feuer ausgebrochen ist.

Kennelbach, Feldkirch Kaum auszumalen, was passiert wäre, wenn Nachbarn nicht so früh auf den Brand aufmerksam geworden wären und die Bewohner aus dem Haus geholt hätten: Wie berichtet, ist am Mittwoch gegen halb drei Uhr in der Nacht im ehemaligen Gasthaus „Zum Schützen“ in Kennelbach ein gewaltiges Feuer ausgebrochen. Die Zeugen schlugen umgehend Alarm. Als die Einsatzkräfte der Feuerwehr und Polizei vor Ort eintrafen, stand das Gebäude bereits in Vollbrand. In dem Haus wohnten 21 Geflüchtete aus Syrien, eine achtköpfige, eine fünfköpfige und eine vierköpfige Familie sowie vier Männer. Die Brandermittler waren noch am Mittwoch vor Ort. Die Brandursache stand am Donnerstag noch nicht fest. „Die Ermittlungen laufen, es schaut aber so aus, dass der Brand im Nebengebäude ausgebrochen wäre“, erläutert die Polizei auf Anfrage.

Brandruine Kennelbach
Die Brandruine von oben: Das Feuer dürfte im Nebengebäude ausgebrochen sein.
Brandruine Kennelbach

Schicksalsschlag

Die Menschen hätten bei dem Brand alles verloren. Das Einzige, das alle retten konnten, seien ihre Ausweise gewesen, berichtet Bernd Klisch, Fachbereichsleiter der Caritas-Flüchtlingshilfe Vorarlberg. „Es ist wirklich dramatisch. Ihr gesamtes Hab und Gut ist in den Flammen verbrannt“, ergänzt er. Die Bewohner seien auf der einen Seite natürlich froh, dass sie den Brand praktisch unversehrt überstanden hätten und sie schnell eine Unterkunft finden konnten. Trotzdem sei es wieder ein Schicksalsschlag für die Familien. „Nicht nur weil sie alles verloren haben, sie müssen auch die Beziehungen, die sie im Dorf, in die Schule hatten, wieder neu aufbauen. Das ist auch ein Grund, warum unsere Psychologen und Sozialarbeiter mit den Familien jetzt Kontakt aufnehmen“, schildert der Leiter der Caritas-Flüchtlingshilfe.

„Ihr gesamtes Hab und Gut ist in den Flammen verbrannt“
Bernd Klisch ist Fachbereichsleiter der Caritas-Flüchtlingshilfe Vorarlberg.
Brandruine Kennelbach
Brandruine Kennelbach
Brandruine Kennelbach

Noch am Mittwoch konnte für alle Bewohner im Walgau, in der Vorderlandregion oder im Leiblachtal eine neue, vorübergehende Unterkunft gefunden werden. Ziel sei aber, dass sie bald wieder in die Eigenständigkeit kommen. Die Menschen waren laut Klisch nicht mehr von der Caritas-Flüchtlingshilfe betreut, haben alle ein Bleiberecht und arbeiten teilweise schon. Mit dem Nötigsten wie Kleidung und Essen wurden die Opfer des Hausbrandes versorgt. In den nächsten Tagen soll erhoben werden, was sie alles verloren haben und welche Unterstützung sie sonst noch brauchen.

Brandruine Kennelbach
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