Wie ein OP-Roboter das Leben von Hermann Lecher verändert hat

Vorarlberg / 11.04.2024 • 16:24 Uhr
Wie ein OP-Roboter das Leben von Hermann Lecher verändert hat
Hermann Lecher (71) aus Hard wurde mit Hilfe eines OP-Roboters erfolgreich eine Niere entfernt. VN/Steurer, LKH Feldkirch

Niere mit Tumor am LKH Feldkirch erfolgreich entfernt. “Ich bin einfach nur dankbar.”

Hard Es war ein großer Eingriff, der nur kleine Narben hinterließ. Vor gut zwei Monaten wurde Hermann Lecher am Landeskrankenhaus Feldkirch eine Niere entfernt. Roboterarme hatten eine nur acht Millimeter große Schere geschickt im Bauchraum des 71-Jährigen geführt. “Ich bin absolut begeistert und dankbar, wie die Operation verlaufen ist”, freut sich der Pensionist aus Hard. Nach nur fünf Tagen habe er das Krankenhaus wieder verlassen können. Heute gehe es ihm richtig gut.

Roboter-Operation Patient, Herr Lecher wurde erfolgreich mit einem Roboter operiertRoboter-Operation Patient, Herr Lecher wurde erfolgreich mit einem Roboter operiert
Hermann Lecher ist von den neuen Möglichkeiten der Medizin begeistert. Das Spital konnte er bereits nach nur fünf Tagen verlassen. VN/Steurer

Hermann Lecher ist einer von bisher 355 Patienten, bei denen in Feldkirch ein OP-Roboter zum Einsatz kam. Besonders häufig wird in der Urologie – etwa bei Operationen an der Prostata, oder wie bei Lecher an der Niere – auf das roboterunterstützte Chirurgiesystem “da-Vinci” gesetzt. Der OP-Roboter habe die Behandlungen für die Patienten regelrecht revolutioniert. “Bei den Eingriffen werden lediglich kleine Hautschnitte gesetzt”, sagt der zuständige Primar Alfred Hobisch. Er beschreibt das Verfahren als präziser und schonender. “Wir operieren mit kleinsten Instrumenten, können viel genauer vorgehen”. Das liege auch an der Kamera, die dreidimensionale Bilder in bis zu 40-facher Vergrößerung liefere.

Roboter-OP
355 Patienten wurden seit dem 22. Jänner 2020 in Feldkirch mit dem roboterassistieren Chirurgiesystem da-Vinci operiert. Vorarlberger Landeskrankenhäuser

Die Nieren machen Hermann Lecher schon seit ein paar Jahren zu schaffen. 2018 begann er mit der Dialyse. Vor wenigen Monaten wurde bei einer Untersuchung schließlich an der rechten Niere ein Tumor entdeckt. Der Eingriff: unausweichlich. Natürlich sei er etwas nervös gewesen, als man ihn über die bevorstehende Operation und die neue OP-Technik aufgeklärt habe. “Heute kann ich es nur jedem empfehlen, der in einer ähnlichen Situation ist.”

Roboter-OP
Primar Univ. Doz. Dr. Alfred Hobisch sieht in der roboterassistierenden Chirurgie große Potenziale. Vorarlberger Landeskrankenhäuser

Um möglichst viel Erfahrung und Spezialistenwissen zu sammeln, arbeiten am LKH Feldkirch ausschließlich zwei Ärzte im Wechsel mit dem Hightech-Gerät – neben Primar Hobisch der erfahrene Chirurg Andreas Berger. Mit den Fallzahlen steigt die Qualität. Nach dem Premieren-Einsatz des OP-Roboters “da-Vinci” im Jänner 2020 sind die Einsätze längst Routine.

Roboter-OP
Priv. Doz. Dr. Andreas Berger führt die Eingriffe abwechselnt mit Prim. Hobisch durch. Vorarlberger Landeskrankenhäuser

Wie bei Hermann Lecher sei eine umfassende Aufklärung vor der Operation besonders wichtig. “Wir nehmen uns die Zeit und führen alle Aufklärungsgespräche persönlich”, so die beiden Mediziner zu den VN. Die Vorteile der Methode würden auf der Hand liegen. Die stationären Aufenthalte seien kürzer, die Patienten schneller mobil. “Während der OP wird das Risiko von Gefäßverletzungen und damit der Blutverlust minimiert, später der Heilungsverlauf verbessert”, beschreibt Dozent Dr. Berger. Zudem würden weniger Schmerzmittel benötigt.

Roboter-OP

Das Schwerpunktkrankenhaus Feldkirch hat sich in kurzer Zeit in der roboterunterstützten Chirurgie einen Namen gemacht. In Zukunft werde kein Weg daran vorbeiführen, ist Primar Alfred Hobisch überzeugt. In vielen Bereichen würden Eingriffe ohne Roboter bis in spätestens zehn Jahren undenkbar sein. Die Entwicklung gehe rasant. Zentrale Figur bleibe aber der Operateur. Der OP-Roboter sei ein hervorragendes Werkzeug, treffe aber keine selbstständigen Entscheidungen. “Er führt aus, was der Operateur vorgibt. Und das in exzellenter Qualität”, sagt Berger.

Roboter-Operation Patient, Herr Lecher wurde erfolgreich mit einem Roboter operiert
Großer Eingriff, kleine Narben: Hermann Lecher ist dem OP-Team dankbar. VN/Steurer

Hermann Lecher ist von den technischen Möglichkeiten begeistert. “Was hier geleistet wird, ist einfach unglaublich”, so ein zufriedener Patient. In seinem Leben sind die Weichen für eine glückliche Zukunft gestellt. So sei die Wucherung nicht bösartig gewesen. Jetzt stehe einer Transplantation der verbliebenen linken Niere nichts mehr im Weg. “Noch in diesem Jahr könnte es so weit sein. Dann wird alles hoffentlich wieder so, wie es früher war.”

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