Lustenau führt flächendeckend Tempo 30 ein: Das sagen Anrainer dazu

Vorarlberg / 21.03.2024 • 18:34 Uhr
Tempo 30
Tempo 30 soll auf Gemeindestraßen gelten, mit Ausnahme einiger Verbindungsachsen. VP

Tempo 30 gilt auf Gemeindestraßen, aber es gibt Ausnahmen.

Lustenau Viele Gespräche waren notwendig, um sich innerhalb der Lustenauer ÖVP auf ein mehrheitliches Tempo 30 zu einigen. Nun ist die Sache fixiert und Tempo 30 gilt ab sofort auf dem Lustenauer Gemeindegebiet. Das hat der Gemeindevorstand am Donnerstagabend festgelegt. Einige Ausnahmen sollen aber für einen reibungslosen Verkehrsfluss sorgen: Die bisherige Geschwindigkeitsbegrenzung auf den Erschließungsachsen bleibt unverändert. „Wir haben einen guten Kompromiss gefunden“, zeigt sich Mathias Blaser (ÖVP), Obmann des Mobilitätsausschusses zufrieden. Er freut sich, dass die lang geforderte und einheitliche Temporegelung beschlossen ist. Vorerst gilt auch weiterhin 50 auf Landesstraßen, Bürgermeister Kurt Fischer bleibt jedoch bei seinem Bekenntnis, das künftig absenken zu wollen. “Unsere Forderung nach einer Temporeduktion auf Landesstraßen werden wir weiter mit Nachdruck vertreten“, betont Fischer in einer Aussendung Lustenauer Volkspartei.

Tempo 30 Anrainer
Jessica Rhomberg und Daniela Fitz von der Hofsteigstraße: “Ein Schritt in die richtige Richtung”. BVS

Straßen sicherer machen

„Diese Geschwindigkeitsbegrenzung hat positive Auswirkungen auf die Wohnqualität, sie erhöht die Sicherheit, insbesondere für Kinder und auch Lärmemissionen. Wir schaffen dadurch eine sicherere Umgebung für alle, besonders für diejenigen, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind,“ erklärt Fischer.

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Jessica Rhomberg und Daniela Fitz, beide Anrainerinnen der Hofsteigstraße begrüßen diesen Entschluss der Gemeinde. „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Als Anrainer habe ich nun das Gefühl, dass wir ernst genommen und vor allem gehört werden“, erzählt sie. Sie wies im Oktober vergangenen Jahres darauf hin, dass sich die Hofsteigstraße zu einer regelrechten Rennstrecke entwickelt habe (die VN berichteten). Und auch Daniela Fitz vom „Wiißtännilihof“ zeigt sich erfreut, dass auf der Hofsteigstraße ab sofort Tempo 30 gilt. „Vielleicht schlägt das Navi dann nicht mehr diese Straße als schnellste Route vor und der Verkehr wird weniger“, so Daniela Fitz.

Tempo 30 Anrainer
Christian Riedmann ist Hagenmahd-Anrainer. Er fordert: “Neuerungen klar beschildern.” BVS

Fahrradstraßen werden eingeführt

Bei allen Landesstraßen und Hauptverkehrsachsen wird nicht am Tempolimit gerüttelt. „So bleibt der Verkehr im Fluss und auch die Busse können gewohnt ihren Fahrplan einhalten“, weiß Mathias Blaser. Doch nicht nur das Herabsetzen der Höchstgeschwindigkeit soll zu mehr Sicherheit für die Menschen führen, auch werden Schleichwegrouten unterbunden. „Das Hagenmahd, die parallel verlaufende Weiherstraße sowie die Vorachstraße werden zur Fahrradstraße“, so Blaser. Er betont, dass gerade diese schmalen Straßen nicht für so viel Verkehr konzipiert wurden. „In diesen Straßen ist die Durchfahrt nicht mehr erlaubt. Damit wollen wir den Verkehr auf die Landes- und Bundesstraßen umlenken“, so Blaser.

Jede Form von Verkehrsberuhigung willkommen

Anrainer Christian Riedmann vom Hagenmahd begrüßt diese Neuerung in Sachen Fahrradstraße und Tempolimit. „Der Verkehr nimmt kontinuierlich zu. Gerade im Hagenmahd merken wir, dass die Straße zu Stoßzeiten sehr befahren ist. Das Hagenmahd ist zu einer Verbindungsstraße zwischen den Industriegebieten geworden“, erklärt er. Er wünscht sich, dass die Neuerungen auch klar ersichtlich für jeden beschildert werden. „Es muss für jeden klar sein, dass er nicht in die Fahrradstraße fahren darf“, so Riedmann. Anrainer und Zubringerdienste sind von dieser Regelung ausgenommen. BVS