Dornbirner Badesee rückt einen Schritt näher

Erste Tests im Bereich Möckle brachten vielversprechende Ergebnisse. Bis Juni sollen Ergebnis vorliegen.
Dornbirn Manch ein Vorarlberger freut sich bereits darauf, andere kritisieren ihn als Luxus in Zeiten klammer Kassen: Das Projekt Badesee in Dornbirn hat eine weitere Hürde genommen. Nachdem im vergangenen Jahr ein Probesee im Möckle angelegt und verschiedene Tests gemacht wurden, ist man im Rathaus zuversichtlich, dass dort ein See machbar ist. „Jetzt geht es darum, die nächste Planungsphase zu starten und eine Machbarkeitsstudie zu erstellen“, erklärt Bürgermeisterin Andrea Kaufmann.

Westlich der Autobahn A14, wo sich die Dornbirner Ach von Bäumen umsäumt in Richtung Bodensee schlängelt, hat die Stadt ein Gelände ausgemacht, das für einen Badesee geeignet sein könnte. Die Untersuchungen, die im vergangenen Jahr im Bereich Möckle durchgeführt wurden, lieferten bisher keine Ausschlussgründe für die Errichtung eines Baggersees, heißt es aus dem Rathaus.
Wasserqualität auf dem Prüfstand
Ob die Wasserqualität passt, werde derzeit allerdings erst noch geklärt, heißt es von der Stadt. Sowohl der Standort, die Grundwasserspeisung als auch der Untergrund scheinen sich für die Anlage eines Sees zu eignen. Schon vor den ersten Probegrabungen wurde davon ausgegangen, dass die Dornbirner Ach am Standort eines ehemaligen Achmäanders vor allem Kiesschichten abgelagert hat.
„Das wären die besten Voraussetzungen für einen See“, so Tiefbaustadtrat Markus Fäßler: „Auch wenn noch weitere Untersuchungen notwendig sein werden, wollen wir vorab eine Machbarkeitsstudie durchführen und mit den Behördensachverständigen erste Gespräche für eine mögliche Umsetzung führen.“

Mit mehreren „Schürfschlitzen“ wurde vergangenes Jahr die Bodenbeschaffenheit eruiert, „Rammsonden“ brachten weitere Ergebnisse zum Untergrund und zur Wasserführung, und mit einem Probeaushub, der mittlerweile wieder geschlossen wurde, wurde auch der Wasserstand im Jahresverlauf geprüft. Zudem konnte der Grundwasserpegel und sein Verlauf anhand einer nahen Pegelstation gemessen werden.

Der Grundwasserstand im Bereich des Probesees verhalte sich adäquat zu den aktuellen Messungen des Grundwasserpegels in diesem Bereich. Es sei daher gewährleistet, dass auch bei Grundwassertiefstand der Wasserstand ausreichend hoch für eine Badenutzung ist. Geprüft wurde auch, inwieweit sich der hohe Eisengehalt im Grundwasser auf die Wasserqualität auswirken kann. Auch hier wurden keine Beeinträchtigungen festgestellt. Ob die Wasserqualität für einen Badesee geeignet ist, werde derzeit noch geklärt.
Kernbohrungen
Die Bodenbeschaffenheit wurde mit drei 15 Meter tiefen Kernbohrungen erkundet. Dabei wurden verschiedene Schichten festgestellt, die abwechselnd aus schluffigem, sandigem und kiesigem Material bestehen. Diese Untersuchungen entsprechen den ersten Erwartungen.
Einen genauen Zeitplan, wann der See zur Verfügung stehen soll, gibt es laut Markus Fäßler noch nicht, Ergebnisse der Machbarkeitsstudie sollen Ende Mai oder Juni vorliegen. Kritiker des Projekts ärgern sich darüber, dass eine landwirtschaftliche Fläche für den See geopfert werden soll. „Ja, die Fläche hat eine landwirtschaftliche Widmung. Dort wird derzeit allerdings nur Heu gemacht“, so der Tiefbaustadtrat. Der Kritik einer Gefahr durch alte Mülldeponien in dem Bereich erteilt er ebenso eine Absage. „Die Wasserqualität wird geprüft, auch auf Schadstoffe. Da wird ganz genau hingeschaut“, verspricht er. Am Ende soll der See rund 25.000 Quadratmeter groß sein und entsprechend etwa die Dimensionen des Jannersees haben. Auch wenn die Stadt eine Grafik mit den ungefähren Dimensionen veröffentlichte, ist die genaue Form noch ungewiss.