
Weltwirtschaftsforum in Davos: Das machen die Jagdflieger über Vorarlberg
Eurofighter und Hornets (Hornissen) übten am Wochenende über Vorarlberg. Das kann während dem WEF diese Woche zu sehen sein.
Bregenz Schweizer und österreichische Kampfflugzeuge drehten am Samstag über Vorarlberg ihre Kreise. Dort, wo der Himmel klar war, sah man ihre Spuren am Himmel. Die Triebwerke waren jedoch auch bei geschlossener Wolkendecke am Talboden vernehmbar. Ein seltener Besuch hier in Vorarlberg. Doch rentiert es sich, weiterhin die Augen nach Kampfflugzeugen offenzuhalten?

Was ist überhaupt los?
In Davos, wenige Kilometer hinter dem Silvretta-Gebirgszug, ist wieder wie jedes Jahr das Weltwirtschaftsforum. Die wichtigsten Gäste heuer: der chinesische Ministerpräsident Li Qiang und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj.
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Durch die räumliche Nähe von Vorarlberg unterstützt das Bundesheer die eidgenössische Armee bei der Luftraumsicherung rund um dieses Großereignis. Der Codename des Einsatzes ist Dädalus und findet in dieser Form seit 2004 statt. Zur Sperrzone für Fluggeräte zählt das Walgau ab Nenzing, das Montafon und das Klostertal. Dies dauert noch bis zum 20. Jänner.

Was bedeutet das?
In Hohenems sind drei Hubschrauber der Heeresflieger stationiert, diese bilden auch das ERTA-Element, sprich die Ersthelfer bei Flugunfällen. Das Radarbataillon aus Salzburg ist mit mehreren Aufklärungs- und Zielzuweisungsradars im Land, um Tiefflieger in den Talschaften zu orten. Diese sind daher entlang der Anhöhen im Rheintal, Walgau und Montafon zu finden. Auch gegen Drohnen wurden Vorkehrungen getroffen. Fernmelder aus dem Pongau halten die Verbindung zur Luftsicherung in Deutschland und der Schweiz. Mit der Vorarlberger Unterstützung sind insgesamt 400 Soldaten im Einsatz. Ergänzt werden sie durch 12 Flächenflugzeuge, wie die Eurofighter Typhoon des Bundesheeres. Diese starten von Zeltweg in der Steiermark aus. Es werden unter anderem Patrouillenflüge zur Überwachung, Flüge zur Identifizierung von Luftraumverletzungen, Hubschraubertransporte sowie “Cross-Border Operations” mit der Schweiz durchgeführt.
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Cross-Border Operations?
Im Sinne der lückenlosen Luftraumsicherung, eine luftpolizeiliche Aufgabe des Bundesheeres, hat Österreich mit der Schweiz ein Abkommen, das die Nacheile erlaubt. Bei solch grenzüberschreitenden Einsätzen ermöglicht dies die ununterbrochene Begleitung von Maschinen, die sich nicht an die Luftfahrtrichtlinien halten. Schweizer Militär kann damit verdächtige Maschinen in den österreichischen Luftraum verfolgen oder abfangen und umgekehrt. Der Waffengebrauch ist im Nachbarflugraum jedoch untersagt. Es ist im Sinne dasselbe wie bei der Polizei: Diese muss die Verfolgung eines Verdächtigen nicht an der Staatsgrenze stoppen, da auch hier die Nacheile vertraglich geregelt ist.
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Womit muss ich rechnen?
Solange sich alle Hobbyflieger und andere Piloten an die Regeln halten, mit nichts. Die Radaranlagen, etwa die Goldhaube des Bundesheeres, blicken weit über Vorarlberg hinaus. Sollte sich abzeichnen, dass sich ein Flugobjekt unerlaubt in Richtung Davos bewegt, wird Alarm gegeben. Je nach Situation kann dies bedeuten, dass Eurofighter des Bundesheers oder F/A-18 Hornets der Schweizer Armee starten.



Im Einsatz müssen die Piloten so fliegen, dass sie ihren Einsatz erfüllen können. Im Extremfall wären sogar Überschallflüge oder Tiefflieger in den Tälern denkbar. Dem Bundesheer ist es zur Erfüllung ihres Auftrages erlaubt, die Mindestflughöhe von 150 Metern über Grund zu unterschreiten, von Tiefflug spricht man allgemein bei einer Flughöhe von unter 450 Metern. Überschallflüge erlauben es dem Bundesheer, jeden Ort in Österreich innerhalb von sieben Minuten von Zeltweg aus zu erreichen.
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Auch wenn solche Einsatzbedingungen eher die Ausnahme sind: Durchschnittlich einmal pro Woche starten die Kampfflieger des Bundesheeres, um ein Flugobjekt aufgrund ungewöhnlichen Verhaltens zu kontrollieren. Allein am Sonntag mussten drei Flugzeuge aus dem Luftraum von Südvorarlberg abgefangen und verwiesen werden.