Aufbruch ins Ungewisse: Wie wir 2024 zu einem Jahr der Hoffnung und positiven Veränderung machen können

Psychotherapeut erklärt, wie wir in Zeiten der Unsicherheit Mut fassen und unsere Zukunft aktiv gestalten können.
Schwarzach Die Zeit um den Jahreswechsel ist traditionell eine Phase der Reflexion und Neuausrichtung. Wir blicken auf das vergangene Jahr zurück und schmieden gute Vorsätze für das bevorstehende Jahr. Gleichzeitig erscheint 2024 inmitten globaler Unsicherheiten und Herausforderungen als ein Jahr voller Fragezeichen.
Psychotherapeut Bertram Strolz, Verfechter der Positiven Psychologie, unterstreicht die Kraft der Hoffnung, die selbst in dunklen Zeiten nicht erlischt: „Hoffnung ist das Fundament, auf dem sich die Geschichte der Menschheit immer wieder aufgebaut hat. Im Grunde haben wir keine andere Wahl, als hoffnungsvoll zu sein.“ Er rückt das menschliche Vermögen in den Vordergrund, sich in Krisenzeiten auf das Wesentliche zu konzentrieren – auf Beziehungen, Gesundheit und Familie. “Seit dem Zweiten Weltkrieg haben wir in Europa das Gefühl, dass es immer nur aufwärts geht. Die momentane Situation ist für viele neu.” Die gegenwärtigen Schwierigkeiten, so Strolz, seien ungewohnt und dies macht erst einmal Angst.
Angst vor dem Neuen
„Wir sind aufgefordert, mutig zu sein, Neues anzunehmen und unsere Zukunft aktiv zu gestalten.“ Er spricht damit die Notwendigkeit an, sich bewusst für das Unbekannte zu öffnen und es als Chance zu begreifen. Der Psychotherapeut betont die Bedeutung der Vorstellungskraft und der Dankbarkeit im Umgang mit Veränderungen und Ängsten bezüglich der Zukunft.
Dass Menschen Neuem eher mit Angst begegnen, hat neurologische Gründe, erklärt Strolz. Das sogenannte Negativitätsbias lässt uns oft Gefahren und Risiken stärker gewichten als Chancen und positive Aspekte. Er erklärt: „Neues macht uns zuerst einmal unsicher, weil wir es nicht kennen.“ Hier setzt die positive Psychologie an, um das Regulativ der Angst zu üben und nicht zuzulassen, dass sie uns lähmt.

Krisen als Katalysatoren
Existenzielle Bedrohungen – sei es durch Krankheit oder andere Krisen – würden oft zu einem tieferen Verständnis dessen führen, was im Leben wirklich zählt. “Es ist paradox, aber oft erkennt man die Essenz des Lebens erst, wenn man mit seiner Endlichkeit konfrontiert wird”, erklärt Strolz. Diese Erkenntnisse sind besonders in Zeiten wie diesen bedeutsam, in denen globale und persönliche Unsicherheiten unser Leben prägen. Krisen, so schmerzhaft sie auch sein mögen, können als Katalysatoren für persönliches Wachstum und eine Neubewertung dessen dienen, was im Leben wichtig ist.
Dankbarkeit als Grundlage für Zuversicht
Weiteres zentrales Element der Positiven Psychologie ist Dankbarkeit. „Dankbarkeit pflügt den Boden der Zuversicht. Sie ist die Grundlage, um zuversichtlich sein zu können.“ Durch das Bewusstsein und die Wertschätzung dessen, was wir haben und erreicht haben, können wir eine Brücke in eine hoffnungsvolle Zukunft bauen. Er betont die Bedeutung von Selbstwirksamkeit und dem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, Herausforderungen zu meistern.
Warum er persönlich denkt, dass 2024 ein gutes Jahr wird? „Rückblickend haben wir menschheitsgeschichtlich gesehen aus jeder Krise etwas Positives geschöpft. Das ist unser Erbe und unsere Stärke”, fasst Strolz zusammen, warum das neue Jahr trotz aller Widrigkeiten auch viele Möglichkeiten für persönliches Wachstum und Entwicklung bereithalten kann. Strolz’ Botschaft ist klar: Es liegt in unserer Hand, 2024 zu einem Jahr zu machen, das in Erinnerung bleibt – nicht wegen seiner Herausforderungen, sondern wegen der Art und Weise, wie wir sie meistern werden.