Das gilt es bei einem Unfall beim Skifahren zu tun

Immer wieder kommt es zu Fahrerfluchtunfällen im alpinen Raum – und die Tendenz nimmt zu.
Bregenz Mit den Weihnachtsferien beginnt für die meisten wieder die Skisaison. Auf und abseits der Pisten Vorarlbergs treffen sich Skifahrer, Snowboarder und Langläufer – und dies nicht immer nur im übertragenen Sinne.

So nahmen in der vergangenen Skisaison (vom 1. Dezember bis zum 30. April) die Zahl der Unfälle erheblich zu: Die Zahl der Skiunfälle auf den Skipisten und Skirouten, dem sogenannten organisierten Skiraum, stieg um 17 Prozent. Im langjährigen Durchschnitt stiegen die Unfallzahlen von 864 im Jahre 2010 auf aktuell knapp 1100 Alpinunfälle. Davon passieren mit 450 knapp die Hälfte der Skiunfälle im organisierten Skiraum. Und auch in einem zweiten Bereich ist eine Zunahme erkennbar: bei den Skiunfällen mit Fahrerflucht. Inzwischen versucht sich beinahe bei jedem dritten Skiunfall ein Beteiligter seiner Verantwortung zu entziehen.
Was tun bei einem Skiunfall?
Das Kuratorium für Alpine Sicherheit rät, erst einmal die Unfallstelle zu sichern, um weitere Unglücke zu vermeiden. Der Klassiker ist hier das aus Skiern geformte Andreaskreuz. Nach der Ersthilfe der Verletzten und der Alarmierung der Einsatzkräfte, sofern notwendig, kommt die Beweisaufnahme. Sowohl von den Beteiligten wie von Zeugen sollten die Personalien festgehalten werden. Dies sehen auch die Regeln des internationalen Skiverbandes (FIS) vor: Ausweispflicht. Jeder Skifahrer, ob Zeuge oder Beteiligter, ob verantwortlich oder nicht, muss im Falle eines Unfalls seine Personalien angeben.

Bei (drohender) Fahrerflucht rät das Kuratorium, die Situation und die Beteiligten mit der Handykamera festzuhalten. Solche Aufnahmen sind auch hilfreich, um der Alpinpolizei die Identifikation von flüchtigen Beteiligten zu erleichtern. Denkbar wäre auch, dass Zeugen, sofern die eigene Sicherheit und die Versorgung von Verletzten dies erlaubt, die Verfolgung aufnehmen, diese bei einer Liftstation ansprechen oder Beweise wie Kennzeichen etc. für die Alpinpolizei festhalten.
Die Alpinpolizei
Im Jahr werden österreichweit zwischen 8500 bis 9500 Unfälle/Ereignisse im alpinen Gelände registriert, davon knapp 3700 Unfälle ausschließlich im organisierten Skiraum, bei denen die Alpinpolizei Erhebungen durchführt.
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Lediglich drei hauptamtliche Alpinpolizisten gibt es in Vorarlberg. Das sind der
Landesausbildungsleiter in Bregenz, welcher koordiniert und administriert, sowie die Leiter der Alpinen Einsatzgruppen Vorarlberg Nord, zuständig für die Bezirke Bregenz (Ausnahme Kleinwalsertal), Dornbirn und Feldkirch, und Vorarlberg Süd (zuständig für den Bezirk Bludenz). Die Ausbildung der Alpinpolizei zählt innerhalb der Polizei zu den umfangreichsten. Die InteressentInnen stellen sich einem Auswahlverfahren, wo ihre grundsätzliche Eignung überprüft wird. Im Falle der Eignung und des Bedarfs beginnt die Ausbildung. 36 besonders ausgebildete und ausgerüstete Alpinpolizistinnen und Alpinpolizisten, verteilt auf die Alpinen Einsatzgruppen Vorarlberg Nord, Kleinwalsertal und Vorarlberg Süd stehen ganzjährig im Einsatz. Im Winter kommen 34 zusätzliche Skiunfallerhebungsbeamte dazu, die speziell für die Aufnahme von Skiunfällen ausgebildet sind.
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Erkennbar sind sie an den für die Polizei eher unüblichen roten Jacken und den entsprechenden Abzeichen. Zu ihren Aufgaben zählt neben der Unfallaufnahme im alpinen Gelände auch die Fahndung, Ersthilfe und der allgemeine Ordnungsdienst im Gebirge. Gerade die Spurensicherung ist oft schwierig auf einer Skipiste, umso wichtiger sind die Zeugenangaben.