Mehr als Tausend wegen Corona krankgemeldet

In Vorarlberg dürfte die größte Infektionswelle ihren Höhepunkt überschritten haben.
SCHWARZACH. Die erfreulichste Nachricht vorweg: Christoph Scheffknecht, Leiter des Umweltinstitutes des Landes, sieht „klare Hinweise auf eine Trendumkehr“: In mehreren Kläranlagen des Landes hat sich die Corona-Virenbelastung stabilisiert oder geht überhaupt schon zurück. „Der Zenit dürfte überschritten sein“, so Scheffknecht zu den VN.
Es handelt sich um die bisher größte Infektionswelle. Mitte der Woche verzeichnete die Vorarlberger Krankenhausbetriebsgesellschaft insgesamt 46 Patienten, die stationär behandelt werden mussten. Zwei davon lagen auf der Intensivstation. Im Herbst vor einem Jahr hatte es sich zu Spitzenzeiten bei deutlich weniger Infektionen um fast zwei Mal mehr Patienten gehandelt.
Stetig zugenommen hat zuletzt auch die Zahl der ÖGK-versicherten Arbeiter und Angestellten, die wegen Corona krankgemeldet sind. In der Woche bis zum 3. Dezember waren es landesweit bereits 1170. Dazu kamen noch rund 2900 Krankenstände wegen Grippe oder eines grippalen Infekts. Das entspricht ungefähr dem Niveau des Vorjahres um diese Zeit. Bei Corona waren es damals Anfang Dezember weniger, aber Mitte Oktober um die Hälfte mehr.

Ein Rundruf bei großen Arbeitgebern zeigt, dass die momentane Lage alles in allem nicht außergewöhnlich ist. Bei den Landeskrankenhäusern seien laut Sprecherin Andrea Marosi-Kuster um ein bis zwei Prozentpunkte mehr Bedienstete krankgemeldet als üblich um diese Zeit. Beim Unternehmen Blum spüre man eine Zunahme, Samuel Dürr erklärt aber: „So weit, so normal und saisonal bedingt.“
Auch im Handel gilt der Winter generell als kritische Zeit: „Die Kälte und die feuchte Witterung bringen jedes Jahr deutlich erhöhte Krankenstände mit sich.“ Die Beschäftigten seien aber sehr loyal zum Unternehmen und ihren Kolleg:innen und würden sich gegenseitig aushelfen, betont Lukas Wiesmüller für Spar: „Daher können wir die derzeitigen Krankenstände gut überbrücken.“

Elisabeth Mettauer von der Bildungsdirektion des Landes berichtet, dass Ende November im Pflichtschulbereich 3,9 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer krankgemeldet gewesen seien: „Der reguläre Unterricht ist gesichert, Ausfälle von Lehrpersonen werden durch standortbezogene Lösungen wie Supplierungen, Unterstützung durch Nachbarschulen oder auch vorübergehende Klassenzusammenlegungen überbrückt.“

Zurück zu Christoph Scheffknecht: Er weiß nicht nur, wie es um die Virenlast im Abwasser bestellt ist, was auf das Infektionsgeschehen im Einzugsgebiet der Kläranlagen hinweist, er hat auch einen Überblick über die Virusvarianten. Am häufigsten festgestellt wird demnach gerade die Variante Pirola. Neben klassischen Symptomen wie Kopfschmerzen und Müdigkeit gibt es bei ihr auch ungewöhnliche wie juckende Augen, Hautausschlag oder Durchfall.