Vorarlberger Familiennamen und ihre Geschichte: Der mittelalterliche Beamte

Das ist die Geschichte hinter den häufigsten Nachnamen Vorarlbergs – Teil 5.
Die Namen Maier und Mayer leiten sich her von lat. maior – das bedeutet: der Größere, der Höherstehende. Der Maier war der Verwalter einer sogenannten „Meierei“. Er war auch beauftragt mit der Aufsicht über das bäuerliche Abgabewesen, also dem Eingang der Grundzinsen an Geld und Naturalien – dem
sogenannten „Zehent“. Er übte so gar gewisse richterliche Tätigkeiten aus, allerdings nur im Bereich der niederen Gerichtsbarkeit, also bei kleineren Vergehen.
Die Schreibung mit „ai“ (Maier) und „ay“ (Mayer) ist oberdeutsch. In Österreich überwiegt die Schreibweise Mayer, in Deutschland die Form Meyer, in der Schweiz die Form Meier. Der Name Mayer liegt mit mehr als 25.000 Namensvertretern in der österreichischen Namenhäufigkeitsliste an 14. Stelle.
Maier ist in 47, Mayer in 34 Vorarlberger Gemeinden ausgewiesen. Beide zusammen belegen in der Vorarlberger Häufigkeitsrangliste den fünften Platz.

Frühe Namensträger
1363 Haintz der Maiger, Sigaevis (Göfis)
1363 Lürz Maiger, Schleins (Schlins)
1364 Herman Maiger, Betzlern (Rankweil)
1373 Haintz Maiger von Frastens
1379 Elsbeth Maygerin, Mäschach
1385 Hans Schili Mayer, Kalchern (Klaus)
1397 Cuntz Mayger sesshaft ze Schiruns
1430 haintz mayger, Silberthal
1432 Henni Mayer, Schlinß
1432 Hanns Mayger ze Veltkirch
Aus “Etymologisches Lexikon der Vorarlberger Familiennamen” von Hubert Allgäuer.