Wie Jan Härle und Ruth Hagen ein spannendes Gastro-Projekt umsetzen wollen

Vorarlberg / 05.12.2023 • 17:30 Uhr

Hof trifft Küche, die innovative Landwirtin den Spitzenkoch. Lustenau darf sich auf ein unternehmerisches Traumpaar freuen.

Darum geht’s:

  • Ruth Hagen und Jan Härle planen nachhaltige Hofgastronomie.
  • Das Projekt beinhaltet die Produktion von Fleisch und Gemüse vor Ort.
  • Es sollen regionale Produzenten miteinbezogen und ein Restaurant gebaut werden.

Lustenau Dass die 52-jährige Ruth Hagen über einen langen Atem verfügt und noch dazu mit viel Durchsetzungskraft gesegnet ist, hat sie als ehemals erfolgreiche Ausdauersportlerin wiederholt bewiesen. Dass der 40-jährige Jan Härle als Spitzenkoch und „Freigeist”-Gründer in der Gastro-Szene unauslöschliche Duftmarken gesetzt hat, ist ebenfalls unbestritten.

Auf dem Areal des im Oktober 2021 abgebrannten Großbauernhofs von Anton Hämmerle, dem Vater Ruth Hagens, soll die Hofgastronomie entstehen.
Auf dem Areal des im Oktober 2021 abgebrannten Großbauernhofs von Anton Hämmerle, dem Vater Ruth Hagens, soll die Hofgastronomie entstehen.

Zwei Persönlichkeiten in ihren Metiers. Und jetzt ein Team, das Einzigartiges vorhat. „Wir wollen gemeinsam eine nachhaltige Hofgastronomie aufziehen. Soll heißen: Es wird am Standort von Ruths Landwirtschaft Fleisch und Gemüse produziert, das im daneben stationierten Restaurant zum Genuss angeboten wird”, erklärt Jan Härle das Kernvorhaben des Duos.

Pläne liegen fertig auf dem Tisch

Mit eingebunden werden in das Landwirtschafts-Restaurant-Projekt sollen auch andere lokale Produzenten. „Wir wollen anbieten, was die Region an natürlichen, nachhaltig produzierten Produkten zu bieten hat. Es soll sich alles langsam entwickeln”, sind sich beide einig.

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Die Pflöcke für das spannende Vorhaben sind freilich schon eingeschlagen. Für das Areal, das am 20. Oktober 2021 von einem Großbrand des Wirtschaftshofs heimgesucht wurde, liegen die Einreichpläne schon fertig auf dem Tisch. Die Gemeinde als Baubehörde ist schon informiert, Bau- und Behördenverfahren stehen unmittelbar bevor. „Es wird alles abgerissen, der Stall verlegt, neue Lagerräume und natürlich das Restaurant samt Küche gebaut.”

Wie Jan Härle und Ruth Hagen ein spannendes Gastro-Projekt umsetzen wollen
Ansichten der geplanten Gebäude.

Derzeit hält Hagen als Nebenerwerbslandwirtin 15 Angus-Rinder im Stall. An der Rinderhaltung möchte sie auch vor dem Hintergrund des Projekts festhalten.

Ruth Hagen und Jan Härle im Stall mit den Angus-Rindern. Hagen will die Rinderzucht als eine der Säulen der Hofgastronomie weiterpflegen.
Ruth Hagen und Jan Härle im Stall mit den Angus-Rindern. Hagen will die Rinderzucht als eine der Säulen der Hofgastronomie weiterpflegen.

Offen für Entwicklungen

Stichwort Restaurant. Es soll 55 Speiseplätze anbieten, später auch einen Gastgarten zwischen Hochstämmern. „Eine richtige Hoschtat, halt”, freut sich Härle. Agrotourismus-Betriebe in Italien standen dem Konzept Pate, harmonische Symbiosen zwischen nachhaltiger Nahrungsmittelproduktion und Gastronomie. Das gesamte Areal des ehemaligen Hämmerle-Bauernhofs umfasst eine Fläche von 8000 Quadratmetern. „Da lässt sich noch einiges entwickeln”, freut sich auch Hagen. Die 52-Jährige nimmt viel Geld in die Hand, um ihren Traum umzusetzen, von der Gemeinde hat sie bereits positives Feedback erhalten, der Standort an der Peripherie von Lustenau scheint auch verkehrstechnisch ideal.

Der Hof samt großzügigem Areal (Vordergrund rechts). Hier soll ein großes hofgastronomisches Projekt entstehen. <span class="copyright">VN/Stiplovsek</span>
Der Hof samt großzügigem Areal (Vordergrund rechts). Hier soll ein großes hofgastronomisches Projekt entstehen. VN/Stiplovsek

Zwei Persönlichkeiten, ein Ziel

Die Hauptprotagonisten des unternehmerischen Abenteuers fanden in Etappen zueinander. „Ich kenne Jan vom Freigeist und später auch vom Vorkoster. Ich durfte erleben, wie er mit den Leuten kann. Ein ausgezeichneter Koch ist er sowieso”, streut Hagen ihrem Geschäftspartner Rosen. Sie habe mit dem „Freigeist”-Gründer Kontakt aufgenommen, nachdem sich seine anderen Pläne zerschlagen hatten. „Ruth und ich haben dieselbe Philosophie, dieselben Vorstellungen von Qualität und denselben Umsetzungswillen. Wir waren uns dann bald einmal klar, dass wir für genau dieses Projekt zusammenpassen”, beschreibt Härle die offensichtliche Harmonie zwischen ihnen.

In einem Jahr bereits soll der Hof die ersten Gäste begrüßen können.

Wie Jan Härle und Ruth Hagen ein spannendes Gastro-Projekt umsetzen wollen
Lageplan (oben) und Grundriss (unten) des Projekts.
Wie Jan Härle und Ruth Hagen ein spannendes Gastro-Projekt umsetzen wollen