So war das Wochenende für die Chauffeure der Schneepflüge

Vorarlberg / 03.12.2023 • 16:00 Uhr
Andreas Halbeisen und Selina Fussenegger. Das Dornbirner Transportunternehmen räumt rund um die Messestadt Gemeinde- und Landesstraßen. <span class="copyright">VN/Rauch</span>
Andreas Halbeisen und Selina Fussenegger. Das Dornbirner Transportunternehmen räumt rund um die Messestadt Gemeinde- und Landesstraßen. VN/Rauch

Am Samstag schneite es faktisch durchgehend, vom frühen Morgen bis in die Nacht. Ebenso lange waren Andreas Halbeisen und sein Team auf der Straße – und darüber hinaus.

Darum geht’s:

  • Chauffeure der Schneepflüge arbeiten lange und ununterbrochen am Wochenende.
  • Zweitfahrer werden eingesetzt, um lange Arbeitstage sicher zu bewältigen.
  • Ruhezeiten müssen eingehalten werden, auch bei der Arbeit im Winterdienst.

Dornbirn Für Andreas Halbeisen und seine Chauffeure begann das Wochenende am Samstag um vier Uhr in der Früh, für viele endete der Tag erst gegen 22 Uhr. “Wir sind eigentlich ununterbrochen gefahren”, erklärt der 36-jährige Geschäftsführer des gleichnamigen Transportunternehmens in Dornbirn. “Der auf der Bödelestraße ist noch länger gefahren.”

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Halbeisen ist sowohl für das Land Vorarlberg als auch für die Stadt Dornbirn als Schneepflug unterwegs, vier für das Land und drei für die Stadt. “Wenn es hart auf hart kommt wie am Samstag, kommt in jedes Auto ein Zweitfahrer”, erklärt der Dornbirner. Dies sind etwa Baggerfahrer mit Lkw-Führerschein. Zu ihren Aufgabengebieten zählen einige der wichtigsten Verbindungen im Land, etwa die Zufahrtsstraße zum Güterbahnhof Wolfurt und der dortigen Zollabwicklung. Die verwinkelte Strecke ins Ebnit fährt der 36-Jährige selbst. “Das ist keine einfache Strecke, darum fahre ich sie selbst”, so hat es schon sein Vater gehandhabt. “Du musst die Strecke schon kennen, da kann es sonst schon mal gefährlich werden.”

Andreas Halbeisen und Selina Fussenegger sind seit dem Samstagmorgen faktisch durchgehend im Dienst. <span class="copyright">VN/Rauch</span>
Andreas Halbeisen und Selina Fussenegger sind seit dem Samstagmorgen faktisch durchgehend im Dienst. VN/Rauch

Die Wetterprognosen hielten, die Schneefälle endeten im Verlauf der Nacht, dafür fielen die Temperaturen. “Das bedeutet, je länger du fährst, umso besser ist es für die Straßenverhältnisse am nächsten Tag”, erklärt Halbeisen. Sprich, weniger Eis am Sonntag. Eben darum fuhr er seine Strecke ins Ebnit ein letztes Mal gegen 1 Uhr, damit am Sonntagmorgen eine eisfreie Strecke vorhanden ist.

“Die, die Winterdienst machen, stehen jeden Tag um drei, halb vier für die Allgemeinheit auf”, betont der Unternehmer. Die Ruhezeiten müssen dennoch eingehalten werden – eine Herausforderung an solchen Tagen. Nach viereinhalb Stunden muss der Fahrer für 45 Minuten Halt machen. Ob es durchschneit oder nicht. “Dann fehlt der Lkw in der Zeit einfach überall”, betont Halbeisen. Und an Tagen wie dem Samstag ist das Chaos dann perfekt. Hinzu kommt, dass der Winterdienst durch die fordernden Arbeitszeiten keine attraktive Arbeit ist für die Chauffeure. “Wenn man Familie hat, ist es verständlich, dass man auch einmal zu Hause sein will”, weiß auch Halbeisen.

Unvorhergesehenes könne aber natürlich immer passieren. So etwa der Hangrutsch beim Conrad Sohm. Hier sind zwei Bagger von Halbeisen seit dem Samstagmorgen rund um die Uhr im Einsatz, allein schon um die Ach vor einer Dammbildung zu bewahren.

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