Aids ist nicht vorbei: Sexuell übertragbare Krankheiten wieder auf dem Vormarsch

Vorarlberg / 01.12.2023 • 15:05 Uhr
Aids ist nicht vorbei: Sexuell übertragbare Krankheiten wieder auf dem Vormarsch
Jochen Guggenberger (Sexualpädagoge und Vorstand Sexuelle Gesundheit Vorarlberg) und Geschäftsführerin Manuela Köhler. VN/Haller

Der Welt-Aids-Tag am 1. Dezember soll die Rechte HIV-Positiver stärken. Aus der Anlaufstelle “Aids-Hilfe-Vorarlberg” wird die “Sexuelle Gesundheit Vorarlberg”.

Darum geht’s:

  • Pro Tag infizieren sich im Durchschnitt ein bis zwei Personen in Österreich mit HIV.
  • In Vorarlberg leben 260 Menschen mit dem Virus.
  • Die Infektionszahl bei anderen sexuell übertragbaren Krankheiten steigt europaweit.

Bregenz 2022 haben sich global immer noch rund 1,3 Millionen Menschen neu mit HIV angesteckt. In Österreich infizieren sich pro Tag ein bis zwei Personen mit dem HI-Virus. Österreichweit leben etwa 1000 Menschen mit HIV (Stand 2022), 260 davon in Vorarlberg. Seit 1988 wird der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerufene Welt-Aids-Tag am 1. Dezember begangen, um Bewusstsein zu schaffen und die Prävention in den Fokus zu stellen.

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“Eine HIV-Infektion kann heute mit Medikamenten behandelt werden, muss nicht mehr tödlich verlaufen und dank verbesserter Therapien haben HIV-positive Menschen wieder eine Lebensperspektive”, erklärt Manuela Köhler, Geschäftsführerin der Sexuellen Gesundheit Vorarlberg, die zuvor als Anlaufstelle Aidshilfe Vorarlberg bekannt war. Hinter dieser Maßnahme steckt das Bemühen, die noch immer vorherrschende Stigmatisierung abzuschütteln und das Thema zu enttabuisieren. Mit der Namensänderung sollen noch mehr Menschen auf das Angebot aufmerksam gemacht und die Zielgruppen erweitert werden. Köhler nennt außerdem die steigende Nachfrage an erweiterten Testangeboten sowie veränderte Themenbereiche in Beratungsgesprächen als Gründe für die Umbenennung. 

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Steigende Infektionszahlen

Der Welt-Aids-Tag soll aber auch daran erinnern, dass die HIV-Epidemie noch nicht vorbei ist. Bedenklich ist aus Sicht der Verantwortlichkeiten auch die europaweit steigende Infektionszahl bei anderen sexuell übertragbaren Krankheiten wie Gonorrhoe, Syphilis oder Chlamydien. Köhler betonte die Bedeutung von safer sex und regelmäßigen Tests, um die Ausbreitung von sexuell übertragbaren Krankheiten zu verhindern: “Denn jeder Mensch, der sexuell aktiv ist, egal welcher Orientierung, kann sich mit einer sexuell übertragbaren Erkrankung anstecken.”

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Die Anzahl der Tests bei der Anlaufstelle in Bregenz sind im vergangenen Jahr gestiegen: Die Sexuelle Gesundheit Vorarlberg hat im heurigen Jahr bisher 451 Personen (2022: 431) auf das HI-Virus getestet, 177 Personen (2022: 138) auf Hepatitis C. 266 Interessierte absolvierten einen Syphilis- bzw. Chlamydien- und Gonorrhoe-Test. 

Forderung nach kostenlosen Medikamenten

Anlässlich des Welt-Aids-Tags fordern die Vorarlberger Grünen einen kostenlosen Zugang zu vorbeugenden HIV-Medikamenten. Die Arznei „Prep“ zum Beispiel kann eine Ansteckung mit dem Virus verhindern. Die Kosten dafür würden etwa in Deutschland von den Krankenkassen übernommen, sagt die grüne Gesundheitssprecherin Nadine Kasper. Sie fordert, dass Vorarlberg Testregion für die kostenlose Abgabe des Medikaments wird.

Sexuelle Gesundheit Vorarlberg

Testung (anonym und kostenlos)

Dienstag

16:30 – 19:00 Uhr

Beratung

Dienstag

10:00 – 19:00 Uhr

Donnerstag

10:00 – 13:00 Uhr

Weitere Termine nach Absprache möglich.

Kontakt

Kaspar-Hagen-Strasse 5, I. Stock 6900 Bregenz

+43 5574 46 526

info@sg-vorarlberg.at

Die Red Ribbon Night 23 findet dieses Jahr am Samstag, den 2. Dezember 2023, ab 19:30 Uhr im Freudenhaus in Lustenau statt.

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