“Aktion scharf” in der Vorweihnachtszeit

Vorarlberg / 30.11.2023 • 19:45 Uhr
Am Donnerstag stand eine Kontrolle in Lauterach auf dem Programm. <span class="copyright">VN/Steurer</span>
Am Donnerstag stand eine Kontrolle in Lauterach auf dem Programm. VN/Steurer

Polizei startet verstärkte Verkehrskontrollen.

Lauterach Donnerstagnachmittag auf der L190 in Lauterach: Vertreter der Polizei haben einen Kontrollplatz eingerichtet und zu einem Pressetermin geladen. Der Anlass: verstärkte Straßenverkehrskontrollen in der Vorweihnachtszeit. Der Schwerpunkt: Alkohol und Suchtgift.

Dieses Speichelvortestgerät zeigte bei einer Kontrolle im Frühverkehr Verdacht auf Cannabis-Konsum an.
Dieses Speichelvortestgerät zeigte bei einer Kontrolle im Frühverkehr Verdacht auf Cannabis-Konsum an.

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“Momentan gibt es wieder viele Möglichkeiten auf Weihnachtsmärkten Alkohol zu trinken. Die Hemmung, trotzdem zu fahren, sinkt dabei”, sagt Polizeisprecher Fabian Marchetti und betont dabei, dass Fahren in berauschtem Zustand kein Bagatelldelikt ist.

Polizeisprecher Fabian Marchetti betont, dass Fahren in berauschtem Zustand kein Bagatelldelikt ist.
Polizeisprecher Fabian Marchetti betont, dass Fahren in berauschtem Zustand kein Bagatelldelikt ist.

Unterdessen kontrollieren Ordnungshüter Führerscheine, achten bei Fahrern auf Anzeichen wie Pupillengröße oder Schweiß auf der Haut, führen auch einzelne Vortests durch und kontrollieren Fahrzeuge. Ziel der “Aktion scharf” in den nächsten Wochen ist, das Unfallrisiko und damit verbundene Gefahren zu minimieren. Deshalb gilt das Augenmerk sowohl berauschten Autofahrern, als auch den Kraftfahrzeugen.

Polizeiarzt Adolf Zoll testet eine Urinprobe.
Polizeiarzt Adolf Zoll testet eine Urinprobe.

Neben Marchetti berichtet auch Mario Feurle von der Landesverkehrsabteilung von den aktuellen Kontrollen. An diesem Tag haben speziell geschulte Beamte in der Früh im Land zwei suchtgiftbeeinträchtigte Fahrer aus dem Verkehr gezogen. “Die Vortests haben Cannabis angezeigt”, berichtet der Verkehrspolizist und zeigt eines der blau-weißen Speichelprobengeräte her. Darauf sind deutlich die zwei roten Streifen zu sehen.

Mit ins Team holen sich die Beamten der Landesverkehrsabteilung bei Kontrollen auch immer wieder Polizeiärzte. Beim Kontrollplatz in Lauterach hat diesmal Dr. Adolf Zoll neben einem Kleinbus und Zelt für Urinproben soeben bei einem Fahrer die Pupillen kontrolliert.

Straßenverkehrsunfallstatistik

2022

Unfälle

Vorarlberg 953

Österreich 16.042

Verletzte

Vorarlberg 1115

Österreich 19.990

Getötete

Vorarlberg 6

Österreich 191

Alkoholunfälle

Vorarlberg 87

Österreich 1266

Verletzte bei Alkoholunfällen

Vorarlberg 97

Österreich 1624

Getötete bei Alkoholunfällen

Vorarlberg 1

Österreich 15

Kinderunfälle (0 bis 14 Jahre)

Vorarlberg 87

Österreich 1192

Verletzte Kinder

Vorarlberg 87

Österreich 1287

Getötete Kinder

Vorarlberg –

Österreich 6

“Im vergangenen Jahr sind über 530 suchtgiftbeeinträchtigte Lenker aus dem Verkehr gezogen worden”, berichtet Zoll während einer Kontrollpause und betont, dass sich 98 Prozent der Verdachtsfälle nach der Blutuntersuchung auch bestätigen.

Der Polizeiarzt nahm die Tests genau unter die Lupe.
Der Polizeiarzt nahm die Tests genau unter die Lupe.

“In erster Linie wird Cannabis konsumiert, gefolgt von Kokain und Amphetin”, berichtet der Polizeiarzt. 30 bis 40 Prozent haben einen Mischkonsum. Also mehr als eine Droge intus. “Einmal hatten wir sogar einen mit fünf Substanzen”, fügt er noch hinzu.

Einsatz bei Wind und Wetter.
Einsatz bei Wind und Wetter.

So mancher hat demnach bei Kontrollen auch schon zu tricksen versucht. So erinnert sich der Polizeiarzt beispielsweise an eine Kontrolle in der Vergangenheit, bei der ein Mann versucht hatte, die Ordnungshüter mit Penisattrappe und Schweineurin hinters Licht zu führen.

Drei Fahrer angezeigt

Der Polizeiarzt warnt auch einmal mehr vor den gesundheitlichen Gefahren bei Drogenkonsum. Insbesondere für Menschen bis 25 Jahre sei das Risiko hoch, bei Suchtgiftkonsum an einer psychischen Störung zu erkranken.

“Bei den unzähligen Kontrollen mit Schwerpunkt auf Alkohol und Drogen am Steuer wurden insgesamt drei durch Suchtgift beeinträchtigte Lenker festgestellt. Zwei davon im Frühverkehr”, berichtete Marccheti am späteren Donnerstagnachmittag. Diese Personen werden bei den Bezirkshauptmannschaften angezeigt und müssen mit einer Verwaltungsstrafe von mindestens 800 Euro und maximal 3700 Euro rechnen. Zudem ist beim erstmaligen Vergehen der Führerschein für einen Monat weg.