Was der Abschuss ganzer Wolfsrudel in der Schweiz für Vorarlberg bedeutet

Für Wölfe in der Schweiz brechen nun andere Zeiten an. Der Bundesrat gab grünes Licht auch für den präventiven Abschuss der Raubtiere in fünf Kantonen.
Symbolbild dpaBundesamt für Umwelt erlaubt den Abschuss eines Drittels der 300 Wölfe in der Schweiz.
Darum geht’s:
- Die Schweiz erlaubt den Abschuss von 12 der 32 Wolfsrudel.
- Der Grund dafür sind die Schäden in der Landwirtschaft.
- Die Entscheidung könnte als Warnung für Österreich und Vorarlberg dienen.
Bern, Bregenz Jetzt greift die Schweiz gegen die sich explosionsartig vermehrenden und großen Schaden in der Landwirtschaft anrichtenden Wölfe rigoros durch. Ab 1. Dezember ist es auf Gesuch fünf Kantonen erlaubt, das Raubtier in großer Zahl zu schießen. Das Schweizer Bundesamt für Umwelt erlaubt den Totalabschuss von 12 der aktuell 32 in der Schweiz existierenden Wolfsrudel.
„Untragbare Schäden”
Wie das Schweizer Nachrichtenportal FM1 berichtet, zählt dazu auch das gefürchtete Calfeisenrudel im Kanton St. Gallen, das zahlreiche Schafe und Ziegen auch auf gesicherten Flächen gerissen hatte.
Der zuständige Bundesrat Albert Rösti begründete die Abschusserlaubnis für Wölfe auch als Prävention mit den „untragbaren Schäden und Verlusten bei Schafen und Ziegen, aber auch bei Alpakas und Großvieh.” Daraus könne sich schnell auch eine Gefahr für Menschen ergeben. Man wolle den Wolf in der Schweiz nicht ausrotten, aber diese unerfreulichen Entwicklungen unterbinden.

Warnung für Österreich
In der Schweiz hat sich die Zahl der Wölfe in den vergangenen Jahren massiv erhöht. Gab es 2020 noch elf Rudel mit 100 Wölfen, so sind es derzeit 32 Rudel mit 300 Tieren. 2019 rissen Wölfe in der Schweiz 446 Nutztiere, 2022 waren es trotz vielfach umgesetzter Herdenschutzmaßnahmen bereits 1480 durch Wölfe getötete Nutztiere.

Josef Moosbrugger sieht die in der Schweiz beschlossenen Maßnahmen gegen den Wolf als Warnung für Österreich und Vorarlberg. VN
Für Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger ist diese nun auf höchster politischer Ebene getroffene Maßnahme in der Schweiz eine Warnung für Österreich und Vorarlberg. „Es zeigt, wie weit es gehen kann, wenn man der Wolfsgefahr lange nichts entgegensetzt. Wir wollen das nicht.” Vom Abschuss mehrerer Wölfe in Graubünden würde auch Vorarlberg profitieren. „Es reduziert den Druck auf unsere Region”, sagt Moosbrugger.