Pläne am Tisch: Pendelbahn soll Faschina und Damüls verbinden

Antrag auf Vorprüfung gestellt. Mit Liftverbindung will Fontanella die touristische Zukunft der Region absichern.
Fontanella Der Schnee türmt sich. In Faschina starten erste Vorbereitungen auf die anstehende Wintersaison. Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Betriebsamkeit herrscht hingegen längst hinter den Kulissen. Die Gemeinde bringt ein Zukunftsprojekt auf die Zielgerade. Nach mehr als einem Jahrzehnt Vorbereitungszeit liegen Pläne für eine Verbindung der Skigebiete Faschina und Damüls am Tisch. Ein Antrag zur Vorprüfung ist gestellt. Bürgermeister Werner Konzett (59) glaubt an ein bewilligungsfähiges Projekt und drängt auf Entscheidungen. Die Zeit des Zuwartens sei jedenfalls vorbei.

Die Pläne, die den VN im Detail vorliegen, sehen in groben Zügen eine zweispurige Pendelbahn mit zwei Kabinen für je 80 Personen vor. Die Talstation der „Pendelbahn 3-Wannen“ ist unweit der Furka-Sesselbahn in Damüls vorgesehen, die Bergstation westlich der Glatthorn-Sesselbahn auf Faschina-Seite, wo ein Tunnel mit Förderband die Sportler ins Skigebiet bringt. Damit haben sich die Verantwortlichen von einem ursprünglich deutlich umfangreicheren Liftprojekt verabschiedet. „Wir sehen die Pendelbahn als die schonendste Variante, da sie auch keine Stützen benötigt“, so Bürgermeister Konzett.

Die Vorbereitungen waren intensiv, Studien zum Projekt stapeln sich auf dem Schreibtisch des Bürgermeisters. Eine wesentliche ist für die Gemeinde Fontanella jene zu Klimaszenarien. Das Gebiet Faschina-Damüls zählt zu den schneesichersten des Landes. Schneesicherheit sei auch 2050 noch gewährleistet, so Konzett. Das wirtschaftliche Überleben der Skilifte und vieler touristischer Betriebe der Region ohne die Verbindung hingegen nicht, wie der Gemeindechef meint. „Wir schreiben mit der Liftgesellschaft eine schwarze Null, können gerade notwendigste Investitionen stemmen.“

Die Bedeutung der Skiverbindung ist unter Touristikern im Großen Walsertal unbestritten. „Langfristig kann das kleine Skigebiet nicht überleben, wenn der Zusammenschluss nicht klappt“, so Frank Sperger, Senior-Chef des Paradebetriebs „Alpen Resort Walsertal“ direkt am Skilift. Es gehe dabei nicht so sehr um Wachstum, sondern viel mehr um eine Absicherung für die Zukunft. „Ohne die Verbindung schaffen wir das in Faschina nicht“, sagt Sperger. Ein Haus seiner Größe würde schon jetzt ohne das große angrenzende Skigebiet nicht funktionieren. „Ein Gast in einem guten Hotel will auch ein ordentliches Skigebiet“, so der Hotelier. Davon würde dann auch die Damülser Seite profitieren.

In Fontanella gibt es 65 Beherbergungsbetriebe und 85.000 Nächtigungen. Es waren schon mehr. Die Straßenverbindung, die 1983 gebaut wurde, habe Gäste gekostet, so Bürgermeister Werner Konzett. Die Gemeinde lebe fast ausschließlich vom Tourismus, muss sich seit Jahren finanziell nach der Decke strecken. Vieles sei in letzter Zeit dennoch gelungen. Die Dorfgemeinschaft funktioniere, Abwanderung sei kein Thema. 475 Menschen leben derzeit in Fontanella, so der Gemeindechef. Das Stimmungsbild zur Liftverbindung beschreibt er unter jenen, die vom Tourismus betroffen sind, als überwiegend positiv. Bei anderen, etwa Ferienwohnungsbesitzern, gebe es auch vereinzelt kritische Stimmen. In der Gemeindevertretung herrscht indes Einstimmigkeit.

Die Weichen sind jedenfalls gestellt. Naturschutzaspekte werden am Ende darüber entscheiden, ob das Vorhaben genehmigungsfähig ist oder nicht. Für Einordnungen ist es noch früh. Jetzt sind Behörden, Sachverständige und Naturschutzorganisationen am Zug. Sie haben sich mit den Projektunterlagen auseinanderzusetzen. Bürgermeister Werner Konzett spricht von großer Zustimmung in der gesamten Region und hofft, dass es mit der Vorprüfung bald Klarheit geben wird, ob das Projekt eine Chance auf Realisierung hat.
Skiverbindung
Verbindung der Skigebiete Faschina und Damüls
– Zweispurige „Pendelbahn 3-Wannen“ mit zwei Kabinen, je 80 Personen
– Bergstation 230 m westlich der Bergstation 4SB Glatthorn
– Talstation neben Gasthaus Sonnenheim, nahe Talstation 4SB Furka
– Höhenunterschied: 327 m
– Länge: 1433 m
– Skitunnel für Erschließung Bergstation und Skigebiet Faschina (113 m)
– 50er Schrägaufzug vom Brägatzbach zur Talstation
– Skiroute Bergstation zur Alpe Unterdamüls