Vorarlberger Familiennamen und ihre Geschichte: Vom Schmied bis zum Henker

Das ist die Geschichte hinter den häufigsten Nachnamen Vorarlbergs – Teil 4.
Der Name Hämmerle – Schreibvarianten: Haemmerle, Hämerle, Hammerle, Hämmerli – ist nach Ansicht der meisten Autoren als Verkleinerungsform von Hammer – früher häufig Hemerlin geschrieben – zu betrachten. Es ist ein Be-rufsübername für jemanden, der dieses Werkzeug in seinem Beruf verwendet, und das sind mehrere.
So ist Hämmerle zum einen ein Berufsübername für den Schmied.
Hämmerle – häufig auch Meister Hämmerle – ist auch der traditionelle Übername für den Schuhmacher – euphemistisch auch für den Henker, Scharfrichter oder auch Teufel. Der Name Hämmerle kann sich aber auch von Hadumar herleiten, der sich aus ahd. hadu (Kampf) und ahd. mãri (berühmt, angesehen) zusammensetzt.

Der Name Hämmerle ist in 43 Vorarlberger Gemeinden ausgewiesen. Am häufigsten anzutreffen ist der Name Hämmerle in Lustenau.
Dort liegt dieser Name in der Häufigkeitsrangliste (mit rund 750 Nennungen) an erster Stelle. Hämmerle ist in Vorarlberg der vierthäufigste Name.
Frühe Namensträger
1394 Uli u. Hans Hämmerlin, Lustnow
1395 Joß hämmerly, Mellen (Mellau)
1434 Hans Hemerli von Wolfurtt
1472 Hans Hämerli, Thorenbueren
1483 Haintz Hamerlin, Bregentz
1484 Haintz Hemerly, Alberschwendi
1497 hanß hemerlin zu Swartzach
1514 Mathis Hemerle zu Lustnow
1520 Konrad Hemerlin, Lustnow
1595 Melchior Hemerlin, Bizau
Aus “Etymologisches Lexikon der Vorarlberger Familiennamen” von Hubert Allgäuer.