Vogelgrippe wieder in Sichtweite: So reagiert Vorarlberg

Vorarlberg / 28.11.2023 • 11:40 Uhr
Tote Wildvögel am Bodenseeufer. Wenn das wieder in großer Zahl vorkommt, müssen die Alarmglocken läuten. <span class="copyright">DPA</span>
Tote Wildvögel am Bodenseeufer. Wenn das wieder in großer Zahl vorkommt, müssen die Alarmglocken läuten. DPA

Einzelfälle in drei Bundesländern, in Ostdeutschland massiver Ausbruch. Am Bodensee ist es – noch – ruhig.

Darum geht’s:

  • Massive Ausbrüche der Vogelgrippe in Ostdeutschland gemeldet
  • Einzelfälle der Vogelgrippe auch in österreichischen Bundesländern
  • Landesveterinär betont Wichtigkeit der Wachsamkeit und möglicher Stallpflicht in Risikoregionen

Bregenz, Hard Drei massive Ausbrüche der hochpathogenen Vogelgrippe innerhalb weniger Tage in Ostdeutschland meldete die deutsche Presseagentur vor wenigen Tagen. Die Gefahr wurde von den zuständigen Behörden von “moderat” zu “hoch” hochgestuft. Einzelfälle von Vogelgrippe gab es auch in den österreichischen Bundesländern Niederösterreich, Wien und dem Burgenland. Wie schnell die Seuche sich in weit entfernte Regionen ausbreiten kann, belegen Beispiele aus der Vergangenheit.

Wachsamkeit geboten

“Wir müssen wachsam sein. So schnell werden wir diese Seuche nicht los”, kommentiert Landesveterinär Norbert Greber die derzeitige Lage. Man müsse jeden toten Wildvogel in der Region untersuchen. Werde die Vogelgrippe diagnostiziert, könne es bald wieder zu einer Stallpflicht in der Risikoregion kommen. “Das kommt dann auf den Kontext, das Ausmaß der Gefahr an”, erklärt Greber. Gefährdet ist bekanntlich vor allem die Bodenseeregion mit den zahlreichen Wildvögeln. Diese können die Geflügelpest auf gehaltene Tiere übertragen. “Wir sind gut vernetzt mit den Bodenseenachbarn in der Schweiz und in Deutschland”, betont der Landesveterinär.

Landesveterinär Norbert Greber vertritt die Meinung, dass die Geflügelpest nicht mehr so schnell verschwindet. <span class="copyright">VN/Hartinger</span>
Landesveterinär Norbert Greber vertritt die Meinung, dass die Geflügelpest nicht mehr so schnell verschwindet. VN/Hartinger

Es ist H5N1

Die als “hochpathogen” bezeichnete Form der auftretenden Vogelgrippe in Ostdeutschland jagt Greber jedoch keinen zusätzlichen Schrecken ein. “Es handelt sich um die H5N1-Variante, die uns wohlbekannt ist. Sie bedeutet keine Überraschung mehr für uns.” Stallpflichtverordnungen werden vom Bund nach Absprache mit den betroffenen Bundesländern erlassen. Bis in den Frühsommer hinaus gab es sie heuer in Vorarlberg. Und das, obwohl sich die Vogelgrippegefahr gewöhnlich auf die kalte Jahreszeit beschränkt.

Stallpflicht für Geflügel ist in der kalten Jahreszeit nicht so schlimm, wie wenn es warm ist. Für Geflügelhalter, die Freilandeier produzieren, jedoch nicht angenehm.  <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Stallpflicht für Geflügel ist in der kalten Jahreszeit nicht so schlimm, wie wenn es warm ist. Für Geflügelhalter, die Freilandeier produzieren, jedoch nicht angenehm. VN/Paulitsch

Ein gebranntes Kind

Noch keine ernsthafte Gefahr auf dem Radar ortet Geflügelhalter Klaus Flatz. “Meine Wahrnehmung von Vorfällen fokussiert sich speziell auf den Bodenseeraum mit den zahlreichen Wildvögeln. Da ist offensichtlich noch nichts passiert. Aber natürlich: Wir müssen wachsam sein und sofort reagieren, sollte Gefahr in Verzug sein”, betont der Landwirt, für den der Verkauf von Putenfleisch eine wichtige Einnahmequelle bedeutet.

Klaus Flatz bei seien Puten. Vor über sieben Jahren verlor er wegen der Vogelgrippe über 1000 von ihnen. Das will er nie wieder erleben. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Klaus Flatz bei seien Puten. Vor über sieben Jahren verlor er wegen der Vogelgrippe über 1000 von ihnen. Das will er nie wieder erleben. VN/Paulitsch

Flatz ist in Sachen Geflügelpest ein gebranntes Kind. 2016 musste er wegen der Seuche über 1000 Puten töten lassen – ein dramatischer geschäftlicher und emotionaler Verlust. Seitdem setzt der Landwirt penibel genau alle nur möglichen Hygiene- und andere Sicherheitsmaßnahmen um. “So etwas brauche ich nie mehr.”

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.