Vogelgrippe wieder in Sichtweite: So reagiert Vorarlberg

Einzelfälle in drei Bundesländern, in Ostdeutschland massiver Ausbruch. Am Bodensee ist es – noch – ruhig.
Darum geht’s:
- Massive Ausbrüche der Vogelgrippe in Ostdeutschland gemeldet
- Einzelfälle der Vogelgrippe auch in österreichischen Bundesländern
- Landesveterinär betont Wichtigkeit der Wachsamkeit und möglicher Stallpflicht in Risikoregionen
Bregenz, Hard Drei massive Ausbrüche der hochpathogenen Vogelgrippe innerhalb weniger Tage in Ostdeutschland meldete die deutsche Presseagentur vor wenigen Tagen. Die Gefahr wurde von den zuständigen Behörden von “moderat” zu “hoch” hochgestuft. Einzelfälle von Vogelgrippe gab es auch in den österreichischen Bundesländern Niederösterreich, Wien und dem Burgenland. Wie schnell die Seuche sich in weit entfernte Regionen ausbreiten kann, belegen Beispiele aus der Vergangenheit.
Wachsamkeit geboten
“Wir müssen wachsam sein. So schnell werden wir diese Seuche nicht los”, kommentiert Landesveterinär Norbert Greber die derzeitige Lage. Man müsse jeden toten Wildvogel in der Region untersuchen. Werde die Vogelgrippe diagnostiziert, könne es bald wieder zu einer Stallpflicht in der Risikoregion kommen. “Das kommt dann auf den Kontext, das Ausmaß der Gefahr an”, erklärt Greber. Gefährdet ist bekanntlich vor allem die Bodenseeregion mit den zahlreichen Wildvögeln. Diese können die Geflügelpest auf gehaltene Tiere übertragen. “Wir sind gut vernetzt mit den Bodenseenachbarn in der Schweiz und in Deutschland”, betont der Landesveterinär.

Es ist H5N1
Die als “hochpathogen” bezeichnete Form der auftretenden Vogelgrippe in Ostdeutschland jagt Greber jedoch keinen zusätzlichen Schrecken ein. “Es handelt sich um die H5N1-Variante, die uns wohlbekannt ist. Sie bedeutet keine Überraschung mehr für uns.” Stallpflichtverordnungen werden vom Bund nach Absprache mit den betroffenen Bundesländern erlassen. Bis in den Frühsommer hinaus gab es sie heuer in Vorarlberg. Und das, obwohl sich die Vogelgrippegefahr gewöhnlich auf die kalte Jahreszeit beschränkt.

Ein gebranntes Kind
Noch keine ernsthafte Gefahr auf dem Radar ortet Geflügelhalter Klaus Flatz. “Meine Wahrnehmung von Vorfällen fokussiert sich speziell auf den Bodenseeraum mit den zahlreichen Wildvögeln. Da ist offensichtlich noch nichts passiert. Aber natürlich: Wir müssen wachsam sein und sofort reagieren, sollte Gefahr in Verzug sein”, betont der Landwirt, für den der Verkauf von Putenfleisch eine wichtige Einnahmequelle bedeutet.

Flatz ist in Sachen Geflügelpest ein gebranntes Kind. 2016 musste er wegen der Seuche über 1000 Puten töten lassen – ein dramatischer geschäftlicher und emotionaler Verlust. Seitdem setzt der Landwirt penibel genau alle nur möglichen Hygiene- und andere Sicherheitsmaßnahmen um. “So etwas brauche ich nie mehr.”