Den Wunschberuf einmal ausprobieren

Vorarlberg / 26.11.2023 • 13:00 Uhr
Geduldig zeigte Harald Siegl jeder Schülerin, wie das Hartlöten funktioniert.
Geduldig zeigte Harald Siegl jeder Schülerin, wie das Hartlöten funktioniert.

Die PTS Dornbirn bot dem Fachbereich Handwerk Plus “Werkstattpraxis in Wunschberufen” an.

Dornbirn Die Schülerinnen der PTS (Polytechnische Schule) Dornbirn ließen bei Installateur Berchtold die Funken sprühen: Schneiden, Sägen, Schweißen, Biegen, Löten, Pressen waren nur einige der handwerklichen Fertigkeiten, die die Mädchen im Rahmen der “Werkstattpraxis in Wunschberufen” ausprobieren durften. Einen Nachmittag lang waren die Schülerinnen zu Gast im Dornbirner Installateurbetrieb und fertigten unter Anleitung des Lehrlingsverantwortlichen Harald Siegl ein “Männchen” aus Materialien, mit denen Installateure tagtäglich zu tun haben.

Der Lehrmeister und seine Schülerinnen waren zufrieden mit dem Ergebnis ihrer Arbeit.
Der Lehrmeister und seine Schülerinnen waren zufrieden mit dem Ergebnis ihrer Arbeit.

“Wir haben viele coole Sachen ausprobieren können. Obwohl der Beruf als Installateurin für mich nicht infrage kommt, fand ich es super, dass wir hineinschnuppern konnten. Am meisten Spaß hat das Löten gemacht”, meinte Darinka Hörtner, 14 Jahre.

Der Unterschied zwischen Hart- und Weichlöten besteht in der Löttemperatur.
Der Unterschied zwischen Hart- und Weichlöten besteht in der Löttemperatur.

Bewährte Kooperation

Während die Mädelsgruppe den Beruf des Installateurs hautnah erlebte, waren ihre Klassenkameraden und -kameradinnen in verschiedenen Betrieben in der Region am Schnuppern. Eine Gruppe war in der Dachdeckerei “Dachi” in Lustenau, wo die Schüler nicht nur einen Einblick in den Beruf des Dachdeckers und Spenglers bekamen, sondern gemeinsam einen Hocker bauten. Die seit Jahren bestehende Kooperation zwischen “Dachi” und der PTS Dornbirn war Anlass für die erstmals durchgeführte “Werkstattpraxis in Wunschberufen”.

Selfie mit den Werkstücken bei "Dachi" in Lustenau.
Selfie mit den Werkstücken bei "Dachi" in Lustenau.

“Nach der Corona-Pause haben Dachdeckermeister Stefan Hämmerle und ich die Zusammenarbeit wieder aufleben lassen. Ziel des Workshops war es, den Schülern zu ermöglichen, unkompliziert in ihrer Peergroup ein Berufsbild in einer Werkstätte zu erleben”, erklärt Alexander Karu, Fachbereichsleiter Handwerk plus an der PTS Dornbirn. Im Zuge der Planung stellte sich heraus, dass aufgrund der begrenzten Arbeitsplätze bei der Dachdeckerei nicht alle 27 Schüler und Schülerinnen des Fachbereichs Handwerk Plus am Workshop bei “Dachi” teilnehmen konnten. “Daher bin ich auf die Idee gekommen, noch andere Betriebe mit weiteren Berufsbildern ins Boot zu holen – die ‘Werkstattpraxis in Wunschberufen’ war geboren”, erzählt Alexander Karu.

Die Mädchen legten sich mächtig ins Zeug.
Die Mädchen legten sich mächtig ins Zeug.

Sechs Wahlmöglichkeiten

Am Ende konnten die Schüler zwischen Tischlerei, Installateur, Zimmerei, Maurerbetrieb und Dachdecker wählen. Dabei konnten sie erste Kontakte zu heimischen Handwerksbetrieben knüpfen, während diese die Chance hatten, sich nach zukünftigen Lehrlingen umzusehen. Die Jugendlichen, die zu keinem Betrieb gehen wollten, konnten den normalen Werkunterricht in der Schule besuchen. “Die Resonanz war sehr positiv. Einige Schüler haben mich gefragt, ob wir das wieder einmal machen können, da sie am liebsten mehrere der angebotenen Berufe hätten ausprobieren wollen”, so Alexander Karu. lcf

Die Schülerinnen freuten sich, dass sie so viel selber tun konnten.
Die Schülerinnen freuten sich, dass sie so viel selber tun konnten.
Diesen Hocker bauten die Schüler bei "Dachi" in Lustenau.
Diesen Hocker bauten die Schüler bei "Dachi" in Lustenau.
Unter professioneller Anleitung bauten einige Schüler eine Mauer.
Unter professioneller Anleitung bauten einige Schüler eine Mauer.
Genauigkeit ist gefragt.
Genauigkeit ist gefragt.
So sah das fertige Männchen der Installateursgruppe aus.
So sah das fertige Männchen der Installateursgruppe aus.