Größte Corona-Welle bisher

Vorarlberg / 25.11.2023 • 05:00 Uhr
Immer mehr Krankenstände in Vorarlberg: Fast 700 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mussten zuletzt schon wegen Corona zu Hause bleiben. <span class="copyright">Foto: APA</span>
Immer mehr Krankenstände in Vorarlberg: Fast 700 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mussten zuletzt schon wegen Corona zu Hause bleiben. Foto: APA

Bevölkerung ist aber gut geschützt: Keine Maßnahmen in den Spitälern notwendig.

SCHWARZACH. Österreich steuere auf „eine der höchsten Covid-Wellen jemals“ zu, erklärte der Molekularbiologe Ulrich Elling vor einer Woche. Mittlerweile ist eine solche erreicht: In den Kläranlagen Dornbirn, Hohenems und Meiningen etwa wurde noch nie eine so große Virenkonzentration festgestellt. Auch der bisherige Spitzenwert für Vorarlberg, der aus dem Frühjahr 2022 stammt und damals in Bregenz ermittelt wurde, ist übertroffen.

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Die Virenkonzentration im Abwasser liefert einen Hinweis auf das Infektionsgeschehen im Einzugsgebiet der Kläranlage, wie der Leiter des Umweltinstituts, Christoph Scheffknecht, bestätigt. In der Vergangenheit wurde das Infektionsgeschehen durch die Zahl bestätigter Fälle zum Ausdruck gebracht. Seit kaum noch getestet wird, ist das aber nicht mehr möglich.

Darauf, dass es viele Infektionen gibt, deutet auch die Entwicklung der Krankenstände hin. Vor einer Woche waren allein in Vorarlberg bereits 690 Arbeiter und Angestellte wegen Corona krankgemeldet. Weitere 2490 lagen wegen einer Grippe oder eines grippalen Infekts im Bett, wie die Gesundheitskasse unter Verweis auf die aktuellsten Daten berichtet, die verfügbar sind. Symptome können in allen Fällen sehr ähnlich sein: Kopf- und Gliederschmerzen, Schnupfen sowie Husten etwa.

Am Wiener Allgemeinen Krankenhaus werden Patienten, die stationär aufgenommen werden, wieder getestet. Hierzulande sieht man keine Notwendigkeit dafür. <span class="copyright">Foto: APA</span>
Am Wiener Allgemeinen Krankenhaus werden Patienten, die stationär aufgenommen werden, wieder getestet. Hierzulande sieht man keine Notwendigkeit dafür. Foto: APA

Vor ein, zwei Jahren hätten bei vergleichbarer Lage die Alarmglocken geläutet. Doch heute: Am Wiener Allgemeinen Krankenhaus hat man gerade beschlossen, Tests für Patienten einzuführen, die stationär aufgenommen werden. Hierzulande sieht man keine Notwendigkeit dafür: „Es werden derzeit nur symptomatische Patient:innen getestet“, erklärt Andrea Marosi-Kuster, Sprecherin der Krankenhaus-Betriebsgesellschaft: „Eine Änderung ist nicht angedacht.“ Aktuell gebe es insgesamt 39 Patienten mit Corona in Vorarlberg, die stationär betreut werden: „Grundsätzlich sind die Zahlen eher rückläufig.“ Intensivmedizinisch behandelt werden müssten gerade zwei, so Marosi-Kuster am Freitag.

In der Vergangenheit hatte es sich bei geringem Infektionsgeschehen immer wieder um viel mehr solcher Patienten gehandelt. Im Herbst 2020 waren es zeitweise mehr als 40. Das zeigt laut dem Gesundheitsexperten Armin Fidler, wie gut geschützt die Bevölkerung mittlerweile sei: „Alle haben Bekanntschaft mit dem Virus gemacht, sei es durch die Impfung oder auch zumindest eine Infektion.“

„Österreichweit sind die Krankenhäuser gut gefüllt. Es gibt auch immer wieder Menschen mit einem schweren Verlauf“, betont Armin Fidler. <span class="copyright">Foto: VN/Stiplovsek</span>
„Österreichweit sind die Krankenhäuser gut gefüllt. Es gibt auch immer wieder Menschen mit einem schweren Verlauf“, betont Armin Fidler. Foto: VN/Stiplovsek

Corona ist Normalität geworden, eine Infektionserkrankung von vielen. Fidler mahnt jedoch, ruhig zu bleiben: „Österreichweit sind die Krankenhäuser gut gefüllt. Es gibt auch immer wieder Menschen mit einem schweren Verlauf.“ Insofern bleibe eine Impfung wichtig, die insbesondere für Ältere, aber zum Beispiel auch Jüngere mit einem geschwächten Immunsystem empfohlen wird.

Auffallend ist laut Fidler, dass in den Spitälern „viel zu viele“ Leute behandelt werden müssten, denen nicht „Paxlovid“ verschrieben worden sei: „Ärzte sind wahnsinnig scheu, es zu verschreiben, obwohl es sehr wirkungsvoll ist, wenn es gleich zu Beginn eingenommen wird.“